Landwirte geben keine Wege für Golfanlage frei
Kritik am Gutachterbüro, das das Bauen in der Feldmark für möglich hält
Die Planungsunterlagen für die Golfanlage Mascherode liegen nunmehr auf dem Tisch, und die Projektgegner glauben Wege gefunden zu haben, das Projekt zu stoppen.
Donnerstagabend tagte die dortige Bürgerinitiative, die im komplizierten Planfeststellungsverfahren nun Unterstützung aus Braunschweig Stadt erhält. Zumal die Kombination Golfplatz, Hotel, Wohngebiet ein bundesweit beliebtes Projektentwicklungsmodell ist. Etwa in Leipzig, Wulmstorf oder Konz. Die erfolgversprechendsten Wege, solche Projekte zu verhindern, haben andere Bürgerinitiativen beschrieben. Die Gegner ziehen ihre vermeintliche Asse aus dem Ärmel .
Eins davon scheint das Wegerecht in Mascherodes Feldmark zu sein. 200 Jahre sind die Wege dort zwar alt. Doch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat erst im vergangenen Jahr bekräftigt, das Feldwege, die seit Generationen die Landschaft erschließen und das Landschaftsbild prägen, unter besonders hohem Schutz stehen.
Mascherodes Feldwege, die auch das Golfgelände durchziehen, gehören der Feldinteressentschaft Mascherode. Vorsitzender Hans-Joachim Loges sagt: "Eine Veränderung des gegenwärtigen Zustandes ist nicht erwünscht." Da die Wege ausschließlich der Landwirtschaft dienen, dürften auch in Zukunft keine anderen Fahrzeuge die Wege nutzen.
Dass die Bürgerinitiative an den Gutachten zugunsten der Golfanlage kein gutes Haar gelassen hat, liegt in der Natur der Sache. Besonders in der Kritik: die Hydrologen des Ingenieurbüros BDA. Sie halten das Bauen in der Feldmark für möglich. Das Ingenieurbüro Albrecht+Sukow+Partner hatte allerdings der Stadt Braunschweig, die im Jahr 1993 ebenfalls dort bauen wollte, damals noch davon abgeraten. Die Büros sind identisch. Die Umbenennung erfolgte im vergangenen Jahr. Das Wort "Grundwassersee", das 1993 noch Braunschweigs Rat schreckte, taucht im neuen Gutachten nicht auf.
Die Bürgerinitiative hat nun Leitsätze formuliert und will sie in den nächsten Tagen in den 1700 Mascheroder Haushalten verteilen. Die Initiative erwartet sich Unterstützung durch Einwände gegenüber dem Großraumverband, um das Projekt zu stoppen.













