Amt für Strahlenschutz: Atommüll aus der Asse kommt nicht nach Thune
Nach Protesten herrscht Erleichterung in Braunschweig – Ausstellung zur Rückholung der Fässer im Rathaus
Der Spuk ist vorbei. Nach der Stadt zeigt auch das Bundesamt für Strahlenschutz dem Berliner Unternehmen Eckert und Ziegler die rote Karte. Atommüll aus der Asse wird nicht im Ortsteil Thune für eine spätere Endlagerung bearbeitet.
Ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz stellte gegenüber unserer Zeitung klar: "Wir planen nicht, die Asse-Abfälle in einer Anlage einer Firma in Braunschweig zu behandeln oder zu lagern."
In Braunschweig hatte es auf vielen Ebenen starke Proteste gegen die öffentlich gewordenen Pläne des Unternehmens gegeben. Die Verwaltung hatte den Expansionsplänen durch Veränderung des Bebauungsplans schnell eine hohe Hürde in den Weg gestellt.
"Die Erklärung des Bundesamtes war für mich klar, denn wir hätten ohnehin nicht zugelassen, dass die Fässer bei einer Firma in Braunschweig behandelt worden wären", sagte Oberbürgermeister Gert Hoffmann.
Das Bundesamt hat sich dafür ausgesprochen, alle 126 000 Atommüll-Fässer zu bergen und für die Endlagerung zu bearbeiten. Die Rückholung der Abfälle sei bei gegenwärtigem Kenntnisstand die beste Option zur Stilllegung der Asse, heißt es in einer Erklärung zu einer Ausstellung, die heute im Braunschweiger Rathaus eröffnet wird. Zu sehen sein werden auch Filme, wie die weltweit einmalige Aufgabe gelöst werden soll.
Das Unternehmen Eckert und Ziegler hatte geplant, sein bestehendes Kompetenzzentrum für sichere Entsorgung in Thune zu erweitern, um an dem Standort Asse-Müll zu bearbeiten. Eckert und Ziegler, eines der wenigen Unternehmen mit der Erlaubnis, radioaktiven Abfall zu transportieren, wollte 20 Millionen Euro in Braunschweig investieren.
Der Atom-Müll aus der Asse wird ein Riesengeschäft. Experten schätzen die Kosten der vorgesehenen Rückholung und späteren Einlagerung im Schacht Konrad auf knapp 4 Milliarden Euro.
Das Unternehmen Eckert und Ziegler schloss nicht aus, alternativ auch direkt an der Asse zu investieren. Diese Lösung hatte die Braunschweiger Politik als logisch angesehen, um nicht durch den Transport unnötige Risiken einzugehen.
Was in der Asse geschieht
Ausstellung des Bundesamtes für Strahlenschutz vom 8. bis
19. Februar im Foyer des Rathauses.
Kurzfilme und
Animationen zeigen, wie die Rückholung der Atommüll-Fässer aus der Asse
funktionieren kann.
Geöffnet von 9 bis 17 Uhr. Schulklassen,
Vereine und Gruppen, die Führungen wollen, können sich unter Telefon (0 53
36) 8 96 40 anmelden.
Eintritt ist frei.











