Pendler fordern von der Bahn mehr Intercity-Züge nach Hannover
Gleisbauarbeiten beginnen im Mai – 40 Minuten länger in Nahverkehrszügen unterwegs
Braunschweigs Bahnpendler nach Hannover sind sauer. Ab Mai wird die Strecke zwischen Hämelerwald und Helmstedt saniert. Weil dadurch Züge ausfallen, sagen die Pendler, verlören sie jeden Tag bis zu einer Stunde. Eine Gruppe organisiert jetzt den Widerstand.
Denn statt des Intercitys (IC) müssen Reisende nach Hannover während der Bauzeit Nahverkehrszüge nutzen – und die sind etwa eine Viertelstunde länger unterwegs und fahren zu anderen Zeiten. Das wollen die Pendler noch verhindern.
"Um rechtzeitig bei der Arbeit zu sein, muss ich um 7.20 Uhr statt um 7.51 Uhr fahren und dann kommt ja noch die Viertelstunde hinzu. Dadurch habe ich 40 Minuten weniger Freizeit jeden Tag", sagt Pendler Uwe Gelowik.
Zusätzliche IC-Verbindungen nach Hannover bietet die Bahn während der Reparaturen um 9.51 und um 11.51 Uhr an. Aber dieses Angebot überzeugt die Pendler nicht. "Um diese Zeit sind wir doch alle schon längst bei der Arbeit", sagt Ute Maasberg.
Zusammen mit Gelowik hat sie einen Aufruf gestartet. "Wir haben andere Pendler auf dem Bahnsteig angesprochen und sie gebeten, Mails an die Bahn zu schreiben." Die Forderung: Die IC-Verbindungen um 6.51 und 7.51 Uhr sollen aufrechterhalten werden.
Pendler starten gemeinsamen Aufruf
Antwort kam vom Fahrgastverband Pro Bahn. Es sei "höchstwahrscheinlich davon auszugehen, dass nun doch zusätzlich Züge des Fernverkehrs während der Bauzeit verkehren". Ute Maasberg bleibt skeptisch: "Bislang ist noch nichts passiert, und in den Mails vom Kundendialog wurden wir bloß auf den alternativen Fahrplan hingewiesen." Die Pendler sind zudem mit der Informationspolitik der Bahn unzufrieden. "Ich habe schon ewig eine Jahreskarte für diese Strecke. Trotzdem habe ich über die Gleisarbeiten in der Zeitung erfahren. Warum informiert die Bahn die Pendler nicht?", sagt Bernd Preibisch.
Weil die Pendler für die Dauer der Reparaturarbeiten Regionalbahn statt IC fahren, wollen viele eine Erstattung des Fahrpreises. "Auch das hat die Bahn nicht von sich aus angeboten, sondern erst auf Nachfrage", so Preibisch. Nun sollen die Pendler eine Gutschrift von 60 Euro bekommen. "Das ist für mich aber kein Ersatz", sagt Klaus Macke. "Ich fahre schließlich IC, um den Komfort zu haben, den ein Regionalzug nicht bieten kann."
Nach Schätzungen der Pendler nutzen bis zu 1000 Berufstätige jeden Tag die betroffene Zugverbindung nach Hannover.
Auf die Frage unserer Zeitung, ob sie auf die Forderung der Pendler eingehen wird, gab die Bahn gestern keine Auskunft. Auch zu den Beschwerden äußerte sie sich nicht.













