"Planung für Golf-Anlage abbrechen!"
Mascherodes CDU lehnt Projekt ab Bürgermeister: Vorhaben ist den Bürgern nicht mehr zu vermitteln
Die Informationsveranstaltung des Großraumverbandes zur geplanten Golf-Anlage hat Spuren hinterlassen. Mascherodes Bürgermeister Dirk Rühmann lehnt nunmehr das Projekt ab. Er fordert die Verwaltung auf: "Die Planung für die Golf-Anlage ist abzubrechen!"
Rühmann spricht von einem "Luftschloss", das im Süden Mascherodes geplant sei: "Während der Initiator öffentlich den Bau eines noch größeres Golf-Hotels ankündigt, moniert gleichzeitig Wirtschaftsdezernent Joachim Roth, dass Konzepte zum Betrieb, zur Wirtschaftlichkeit und zur Finanzierung der Golf-Anlage zwar seit zwei Monaten angemahnt werden, bis heute allerdings nicht vorliegen. Das passt nicht zusammen."
Initiator Christian Arenz hatte als Beleg der Ernsthaftigkeit des Vorhabens Vorleistungen für die Planung der Golf-Anlage in Höhe von rund 600 000 Euro angeführt. Rühmann zieht daraus einen anderen Schluss: "Niemand investiert 600 000 Euro, wenn er nicht zuvor aus dem Rathaus das Signal erhalten hat, dass das Vorhaben wohlwollend begleitet wird. Oder die Aussage von Herrn Arenz ist falsch."
Ein Wohlwollen sei allerdings nicht angebracht, so der Bezirksbürgermeister: "Im Rathaus ist offenbar die Rechtsprechung vergessen worden, wonach Golf-Anlagen nicht im öffentlichen Interesse liegen. Dennoch ignoriert die Verwaltung eigene Gutachten, die von der Ausweisung von Neubaugebieten in den Bereichen Kohliwiese und Springäckern abraten." Rühmann ist der Auffassung: "Es liegt im öffentlichen Interesse, dass die Verwaltung nur dort Baugebiete ausweist, wo die Gefahr für Neubürger ausgeschlossen ist, auf ihren Grundstücken abzusaufen."
Es sei den Mascherodern nicht mehr zu vermitteln, dass sich die Verwaltung nunmehr auf widersprechende Gutachten verlasse, die der Vorhabenträger der Golf-Anlage bezahlt habe. Rühmann: "So ist der fatale Eindruck entstanden, die Stadtverwaltung wolle das Golf-Projekt wider besseren Wissens durchboxen."
Rühmann (CDU) bezieht sich dabei auf eine Umfrage der örtlichen SPD, wonach 80 Prozent der Mascheroder gegen die Golf-Anlage seien. "Die Umfrage ist gewiss nicht repräsentativ. Sie legt jedoch die Ansicht nahe, dass die Art der Verwaltung, die Golf-Anlage zu planen, ihre Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Bürger in sie bereits beschädigt hat."
Wenn Initiator Arenz Mascherode als Ort für eine Golf-Anlage ausgewählt hat, fragt sich Rühmann gleichwohl: "Warum hat seine Fairway-Gesellschaft ihren Sitz in Wolfenbüttel und will dort ihre Gewerbesteuern zahlen und nicht in Braunschweig?"
Die Ansichten werde auch von der CDU-Fraktion im Bezirksrat geteilt. Ergebnis einer Sitzung am Donnerstagabend sei gewesen, so Rühmann: "Wir haben einstimmig beschlossen, zur nächsten Bezirksratssitzung am 9. März einen Antrag einzubringen, der von der Verwaltung die Aufgabe der Planung für ein Golf-Projekt in Mascherode zum Ziel hat."
Aus Kreisen der Bürgerinitiative in Mascherode hieß es gestern, dass die Entschlossenheit wachse, das Golf-Projekt zu verhindern.













