Golfplatz-Initiator lässt Ultimatum verstreichen – Stadt stoppt das Projekt
Hoffmann beklagt fehlende Nachweise zur Finanzierung – Planer: Forderung der Verwaltung unrealistisch
In Mascherode wird kein Golfball fliegen. Oberbürgermeister Gert Hoffmann erklärte das umstrittene Golfplatz-Projekt samt Hotel gestern für erledigt. Initiator Christian Arenz warf der Verwaltung im Gegenzug unseriöses Verhalten vor.
Hoffmanns Absage – ein Machtwort über zwei Seiten. Bis gestern 15 Uhr hätte Arenz dem städtischen Wirtschaftsdezernenten Joachim Roth die Finanzierung für die Golfanlage und das Hotelprojekt lückenlos offenlegen sollen. Er ließ das Ultimatum verstreichen.
Hoffmann erklärte daraufhin: Die Verwaltung "ist nicht mehr bereit, irgendwelche Gespräche mit dem Initiator" zu führen. Im Rathaus würden auch keine Vorlagen für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes mehr erarbeitet.
Der Oberbürgermeister
Der Vorwurf an Arenz: In keinem Punkt der Finanzierungsfragen habe die Verwaltung Klarheit gehabt – trotz monatelangen Drängens. Hoffmann habe nach eigenen Worten diese Klarheit vor der nächsten Bürgerversammlung am Dienstag in Mascherode herbeiführen wollen: "Was sollen Aufgeregtheiten über eine Sache, die meines Erachtens sowieso nicht mehr realistisch ist und sich damit erledigt hat."
Seine Mitarbeiter könnten keine Kräfte in ein Phantomprojekt stecken, heißt es weiter in der Erklärung. Die Stadt habe die ursprüngliche Idee als Chance für eine Stärkung der sportlichen und touristischen Infrastruktur Braunschweigs betrachtet. Voraussetzung dafür sei aber eine solide Finanzierung. Die habe Arenz nicht mit belastbaren Informationen nachweisen können. Handhabe, rechtlich nun gegen die Stadt vorzugehen, habe Arenz nicht.
Hoffmann betonte weiter, die Proteste einer Bürger-Initiative hätten keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt. Einige Gegner hätten ohnehin den Eindruck erweckt, "man plane ein Atommüll-Lager und nicht einen Golfplatz".
Der Initiator des Projekts
Christian Arenz erfuhr durch unsere Zeitung von dem Aus. Er gibt seine Pläne aber noch nicht verloren, will nächste Woche Wirtschaftlichkeitsnachweise und Projektpräsentationen im Rathaus ausbreiten. "Wir haben eine Fondsgesellschaft, die das Projekt finanzieren will. Das erste Geld wird ab Juli fließen", sagt Arenz.
Die Forderungen der Stadt seien unrealistisch und unüblich gewesen. "Ich kann keine Details zu einer Finanzierung vorlegen, solange ich nicht weiß, ob und in welchem Umfang ich überhaupt bauen kann – wieviel Geld ich also benötige", so Arenz. Die Stadt habe ihm nie Informationen zur Machbarkeit seiner Pläne zukommen lassen.
Arenz habe nach eigenem Bekunden bereits eine sechsstellige Summe investiert. Er habe auf Forderung der Stadt auch eine Machbarkeitsstudie für den Hotelbetrieb für 50 000 Euro in Auftrag gegeben. In sechs Wochen sollen Ergebnisse vorliegen, mit denen er an Betreiber herantreten wolle. Arenz: "Das ist unseriös von der Verwaltung und undurchsichtig. Möglicherweise hat sie schon jemanden im Hintergrund, der das Projekt übernehmen will."
Der Großraum-Verband
Die Stadt hat die Pläne zu den Akten gelegt. Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) indes muss weiter prüfen, ob und unter welchen Auflagen das Projekt mit den großen Zielen der regionalen Raumordnung vereinbar ist. Stoppen kann dieses Verfahren allein Arenz als Antragsteller.
Deshalb wird am Dienstag auch wie geplant die zweite Informationsveranstaltung für Bürger in Mascherode stattfinden – auch wenn sie keinen Wert mehr hat. "Ich kann die Veranstaltung wegen der neuen Sachlage nicht einfach von Amts wegen absagen", so der amtierende ZGB-Chef Ulrich Kegel.













