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04. Februar 2012
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Sirenen verschwinden von den Dächern der Stadt

Freiwillige Feuerwehrleute werden künftig per Funkalarm über Einsätze informiert

Von Marc Rotermund

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Sirenen auf den Dächern Braunschweigs – dieses Bild wird schon bald der Vergangenheit angehören. Künftig sollen alle 1200 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehren per Funkalarm zu Einsätzen gerufen werden. Das kündigt die Verwaltung an.

Wohl jeder Braunschweiger kennt die Heuler mit Halbschale. Sie stehen meist auf Schuldächern, in der gesamten Stadt gibt es noch etwa 50. Wenn sie nachts losgehen, steht man senkrecht im Bett.

"Wir hatten regelmäßig Beschwerden über Sirenenalarm. Die Schallschutz-Anforderungen sind hoch. Wenn jemand den Klageweg beschritten hätte, hätten wir wohl nicht gewonnen", sagt der kommissarische Fachbereichsleiter Feuerwehr, Michael Hanne.

Er freut sich, dass künftig nicht mehr nur die Freiwilligen der Innenstadtwehr, sondern alle 30 Wehren der Stadt per digitalem Funkalarm informiert werden – nicht nur, weil es keine Lärmbelästigung mehr gibt, sondern auch, weil die Aktiven gezielter informiert werden können.

"Bei Sirenen gibt es nur einen Vollalarm, alle laufen los! Mit der neuen Technik aber sind wir in der Lage, den Kreis der Benachrichtigten zu beschränken, etwa, wenn nur ein Mülleimer brennt", sagt Hanne.

Außerdem könnten sich die Feuerwehrleute besser auf Einsätze einstellen. Denn mit Hilfe der Funkalarmempfänger, Pager genannt, empfangen die Aktiven Nachrichten mit Einsatzbeschreibung. Hanne: "Das hilft! Wir werden flexibler."

Nach Aussage von Stadtsprecher Adrian Foitzik sind bisher die aktiven Mitglieder von zehn Ortswehren mit digitalen Meldeempfängern ausgestattet worden. In den Stadtteilen Mascherode, Lamme, Thune, Bienrode, Melverode, Schapen, Querum, Rüningen, Timmerlah und Rautheim könne daher künftig auf Sirenenalarm verzichtet werden. Mit dem Abbau werde schon in Kürze begonnen.

Ein Abbau, der Geld spart. "Der Unterhalt der Sirenen hat für uns Aufwand bedeutet. Entweder haben wir das selbst gemacht, oder wir haben eine Firma beauftragt", sagt Feuerwehrchef Hanne. Die Kosten für den Kauf der Funkalarmempfänger überstiegen allerdings die Ersparnis. Ein Pager kostet knapp 200 Euro.

Auch aus diesem Grund kann die Stadt nicht sofort alle 1200 ehrenamtlichen Feuerwehrleute mit den Empfängern ausstatten. Stellvertretender Stadtbrandmeister Sascha Harland zeigt für die Sparsamkeit Verständnis, betont aber: "Die Pager sind aus Sicht der Freiwilligen Feuerwehren so wichtig, dass wir bis Ende nächsten Jahres jedes aktive Mitglied bestückt haben wollen." Es gebe durch das neue Alarmierungs-System nur Vorteile, besonders den, dass die Freiwilligen viel besser erreichbar sind. Harland gibt zu bedenken: "Bei der heutigen Bauweise hört man in Häusern die Sirene gar nicht mehr, wenn man nicht direkt in deren Nähe wohnt."

Die Freiwillige Feuerwehr will ihren Teil dazu beitragen, dass so schnell wie möglich alle Aktiven die Pager bekommen. Der stellvertretende Stadtbrandmeister kündigt an: "Dafür stellen wir sogar die Anschaffung zweier Löschfahrzeuge zurück." Eines schlägt mit etwa 100 000 Euro zu Buche.

Mittwoch, 03.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11856636/menuid/2048
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