BZV
newsclick
Suchen
12. Februar 2012
2-Tage-Vorschau

Räumung des Genmais-Feldes war rechtswidrig

Verwaltungsgericht bietet Vergleich an

Von Jörn Stachura

zoom
Großansicht Großansicht

Gentechnik-Gegner haben die Stadt Braunschweig verklagt. Ihrer Ansicht nach war die 2009 von der Verwaltung angeordnete Räumung auf dem Gelände des Von-Thünen-Instituts (VTI) rechtswidrig. Das Verwaltungsgericht scheint diese Meinung zu teilen.

An diesem Mittwoch soll der Prozess vor dem Verwaltungsgericht in Braunschweig stattfinden. Doch ob es überhaupt soweit kommt, scheint fraglich. Jörg Bergstedt, Kläger gegen die Stadt Braunschweig, berichtete gestern von einem Schreiben des Verwaltungsgerichts, das eine Art Vergleich anbietet. Nehmen alle Seiten ihn an, wäre ein Prozess überflüssig.

Bergstedt sieht in dem Gerichtsangebot einen großen Teilerfolg, denn wie er berichtet, sei das Gericht der Auffassung: "Die anberaumte Räumungsfrist war nach Meinung des Gerichts offenbar zu kurz und damit die gesamte Räumung rechtswidrig." Die Stadt Braunschweig solle, so der Vorschlag des Gerichts, 80 Prozent der Prozesskosten tragen.

Demonstration auf VTI-Gelände angemeldet

Bergstedt will in den Vergleich einwilligen, denn er sieht seine Position auch in anderer Hinsicht gestärkt: Es geht um die Frage, wo die Grenzen der im Grundgesetz garantierten Versammlungsfreiheit liegen? Durfte das VTI überhaupt die Räumung des Geländes veranlassen? Laut Bergstedt stelle sich das Verwaltungsgericht auf die Position, es müssten auch die wirtschaftlichen Interessen der Forschungseinrichtung berücksichtigt werden.

Dies könnte Bedeutung haben für die beantragte Demonstration von Genmais-Gegnern, die am Mittwoch erneut auf dem Gelände des Instituts demonstrieren wollen. Dies soll nicht auf den Feldern, sondern auf den Wegen geschehen.

Bergstedt meint, wirtschaftliche Interessen seien durch eine Demonstration auf den VTI-Feldwegen nicht berührt. Die geplante Demonstration dürfe darum in der geplanten Form stattfinden und nicht verboten werden.

Neue Aussaat sorgt für neue Proteste

Das VTI plant, im Frühjahr erneut Genmais auszubringen, und die Folgen für die Umwelt zu untersuchen. Genmais-Gegner hätten bereits dazu aufgerufen, bundesweit "alle Felder mit allen Mitteln zu verhindern", so Bergstedt.

Persönlich betrachtet er allerdings die Braunschweiger Forschung bei Völkenrode "als den einzigen Versuch bundesweit, wo das, was angemeldet wurde, tatsächlich auch erforscht wird".

Die Gentechnik-Gegner stellten sich, so Bergstedt, freilich auf die Position: "Es gibt keinen Unterschied zwischen guter und schlechter Genforschung. Genau das war auch der Grund, warum im vergangenen Jahr auf dem Gelände des Von-Thünen-Instituts demonstriert wurde."

Montag, 08.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11882682/menuid/2048
epaper

Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung - Jetzt abonnieren!

[ zum e-paper ]
Anti-Acta-Demo in Braunschweig
[ zur Galerie ]
The Blues Band
[ zur Galerie ]
VNV Nation "Automatic" Tour
[ zur Galerie ]
alle Fotogalerien ]

Videos der Region

Jedes dritte Auto auf deutschen Straßen kommt von VW

zum Artikel ]

"Rückholung des Asse-Mülls hat Priorität"

zum Artikel ]

Vier "Stille Abende" in der Schlosskapelle

zum Artikel ]

Symbole der Solidarität auf die Reise schicken

zum Artikel ]

Schöninger Christen treffen sich

zum Artikel ]

Kammerkonzert wird enden mit der "Kleinen Lachmusik"

zum Artikel ]

Grüne erinnern mit Mahnwache an Atomkatastrophe in Fukushima

zum Artikel ]

Herzog Ferdinand und Friedrich der Große im Streit

zum Artikel ]

Landesbehörde ließ Bäume fällen

zum Artikel ]

Mann stahl Portemonnaie und hob Geld ab

zum Artikel ]

Die Stadtbücherei wird immer populärer

zum Artikel ]

Sanierung des Lessing-Theaters ist im Zeitplan

zum Artikel ]

Feuerwehreinsatz: Brand im Kellerschacht beim Supermarkt

zum Artikel ]

Wir suchen die schönsten Liebesgeschichten der Stadt

zum Artikel ]