Straßenbahn hält an, Fahrgäste pinkeln in Gärten
Stopp auf freier Strecke – Verkehrs-AG bedauert
Corinna Helmke traute ihren Augen nicht, als sie auf dem Balkon ihrer Wohnung an der Siegfriedstraße stand. Mitten auf der Strecke und nicht an einer Haltestelle habe eine Straßenbahn angehalten, das Warnblinklicht eingeschaltet, und fünf bis zehn Männer seien herausgesprungen, um in die Vorgärten zu laufen und dort zu pinkeln.
Die Anwohnerin: "Das war kein schöner Anblick, und hygienisch ist es auch nicht. Stellen Sie sich vor, das würde jeder machen." Die Verkehrs-AG als Veranstalter der Sonderfahrt anlässlich einer Geburtstagsfeier bedauert den Vorfall, weist aber jede Schuld von sich.
Unternehmens-Sprecher: Wir können nichts dafür
Was die Frau am meisten stört: "Drei Haltestellen weiter, an der Ottenroder Straße, befindet sich eine öffentliche Toilette." Sie fragt: "Warum ist der Fahrer nicht dort hingefahren, das hätte maximal drei Minuten gedauert. Da hätten die Männer ihr Geschäft erledigen können." Außerdem gibt sie zu bedenken, dass die Verkehrs-AG nicht Sonderfahrten in Straßenbahnen anbieten könne, ohne dafür zu sorgen, dass es für die Teilnehmer die Möglichkeit zum Aufsuchen einer Toilette gibt.
Christopher Graffam, der Sprecher des Unternehmens, sagt: "Selbstverständlich geben wir unseren Gästen während solcher Fahrten die Möglichkeit, ein WC aufzusuchen. Die Strecke wird auch immer so gewählt, dass Toiletten erreichbar sind."
Im Fall Siegfriedstraße sei der Fahrer schon unterwegs zur Ottenroder Straße gewesen, wo sich in der Tat eine Toilette befindet, die auch die Fahrgäste aufsuchen könnten. Graffam: "Ein Fahrgast hat auf der Siegfriedstraße aber plötzlich die hintere Tür aufgerissen. Die Bahn bremst dann automatisch, und auch die Warnblinkanlage geht an."
Schnell seien dann alle Gäste der Geburtstagsfeier aus der Bahn gelaufen und hätten ihre Blase in den Vorgärten entleert. Der Sprecher der Verkehrs-AG: "Das tut uns Leid für die Anwohner, unser Fahrer konnte aber nichts machen. Er hat noch versucht, die Leute so schnell wie möglich wieder in die Bahn zu lotsen."













