Schäden viermal so groß wie im Vorjahr
Das große Flicken auf Braunschweigs Straßen mit 50 Tonnen Mischgut – Runder Tisch zum Winterdienst
Die Spuren, die der Winter auf Braunschweigs Straßen hinterlassen hat, sind viermal so groß wie im Vorjahr. Bis Ende nächster Woche, so schätzt Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink, wird die Stadt 50 Tonnen Mischgut zum Stopfen der Schlaglöcher verbraucht haben.
Würde man alle winterbedingten Einschläge in Braunschweigs Straßen zusammenschieben, es entstünde ein Loch, das problemlos vier Autos verschlucken könnte.
Mehr als 50 000 Euro werden die Straßenbauer allein für das Material ausgeben müssen. Dazu kommt der erhöhte Arbeitsaufwand. Letztlich überwiegend für Flickwerk zur Gefahrenabwehr.
Reparaturen mit längerer Haltbarkeit werden frühestens ab April möglich sein, schätzt Zwafelink – weil die Mischwerke angesichts der anhaltend niedrigen Temperaturen das benötigte Material noch gar nicht produzieren könnten.
Zwafelink: Dauerfrost wäre besser für Straßen gewesen
Die Hinterlassenschaften der Eiszeit werden also noch bis spät in den Frühling hinein Braunschweigs Autofahrer an den dauerhaften Wechsel von Frost, Schnee und Tauwetter erinnern. "Für unsere Straßen wäre es besser gewesen, wir hätten durchgehend 20 Grad minus gehabt, dann wären die Schäden nicht so umfangreich", sagt Zwafelink.
Besonders hart getroffen habe es die Hugo-Luther-Straße, die Hansestraße westlich des Kanals und die Straße Am Hasengarten.
Der nächste Winter wird in der kommenden Woche im Rathaus ausgebreitet, wenn alle größeren Winterdienstleister sich zum ersten runden Tisch treffen. Neben Alba sind das unter anderem auch die großen Wohnungsgesellschaften. Es geht um den Streu- und Räumdienst, der von der wie berichtet Bevölkerung heftig unter Beschuss geraten war.
Zwafelink: "Wir wollen in dieser Runde ausloten, wie wir den Winterdienst verbessern können, welche Maßstäbe anzusetzen und zu einem halbwegs vertretbaren Aufwand einzulösen sind."
Antworten zu diesen Punkten hatten Ratspolitiker schon am Donnerstag im Bauausschuss erwartet. Dort liefen fraktionsübergreifend die acht Anträge auf, die Mitte Februar schon auf der Tagesordnung des Rates gestanden hatten. SPD-Fraktionschef Manfred Pesditschek kritisierte: "Die Verwaltung hätte genug Zeit und Gelegenheit gehabt, auf die in den Anträgen geäußerte Kritik und auf die Vorschläge einzugehen."
Nun kommt das Thema am 27. April im Ausschuss erneut zur Sprache. Zwafelink verteidigt den Zeitplan: "Wir wollen mit ordentlichen Empfehlungen in die Beratung gehen. Das braucht Vorbereitung."
1700 Tonnen Splitt auf Radwegen und Hauptstraßen
Entsorger Alba ist unterdessen seit Ende Februar damit beschäftigt, den Splitt von Radwegen und Fahrbahnen zusammenzufegen. Rund 1700 Tonnen aus Harzer Fertigung hat der Winterdienstleister nach eigener Angabe im Kampf gegen die Glätte gestreut, dazu kommen rund 650 Tonnen, die das Stadtgrünamt auf Gehwegen ausgeschüttet hat. Wie Alba-Sprecherin Verena Köttker sagt, werde der Altsplitt im Zuge der routinemäßigen Straßenreinigung eingesammelt. Sonderschichten seien nicht nötig. Was auf den Bürgersteigen zurückgeblieben sei, müssten die Anlieger entsorgen, so die Sprecherin weiter – und zwar nicht mit Hilfe des Besens in der Gosse.
Für den nächsten Winter taugten die Körner übrigens nicht als Streugut, weil sie schadstoffbelastet und nicht mehr kantig genug seien. Alba gebe den Kehricht an einen Aufbereiter zur Reinigung ab. Ihr Ende könnten die Steine dann als Füllstoff für Schlaglöcher finden.













