Polizei: Kein Mensch weiß, was los ist
Fahrradstraßen sind für viele ein Problem
Kleines Quiz: Was darf man in einer Fahrradstraße? Nein, nicht auf einem Fahrradweg. In einer Fahrradstraße!
Grämen Sie sich nicht, wenn Sie es nicht wissen offenbar sind die meisten Verkehrsteilnehmer in Braunschweig überfordert, wenn es um dieses Thema geht. Das jedenfalls haben die Polizei und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) festgestellt.
Verkehrssicherheitsberaterin Ines Fricke von der Polizei sagt: "Wir haben bei Ortsbesichtigungen und Ortsterminen gemerkt, was für eine große Unsicherheit besteht." Ihr Kollege Michael Schlutow ergänzt: "Kein Mensch weiß, was los ist." Die ADFC-Vorsitzenden Sabine Kluth und Jens Schütte betonen deshalb: "Das müssen wir ändern."
Die wichtigsten Regeln
im Überblick
Mit Genehmigung der Stadt haben die ADFC-Mitglieder Plakate an die blauen Fahrradstraßenschilder gehängt. Auf ihnen sind die wichtigsten Regeln zusammengefasst:
Radfahrer dürfen nebeneinander fahren
Kraftfahrzeuge dürfen Fahrradstraßen nur nutzen, wenn dies durch Zusatzzeichen (zum Beispiel ein Auto) angezeigt ist
maximal Tempo 30
Es gelten die allgemeinen Regeln der Vorfahrt
Dass diese Regeln den meisten Braunschweigern nicht bekannt sind, sei nichts Ungewöhnliches, meint Schütte. Er weiß aus Münster, das als die deutsche Fahrradstadt schlechthin gilt, dass es bis zu fünf Jahre dauern kann, bis jeder das richtige Verhalten verinnerlicht hat.
In Braunschweig gibt es seit eineinhalb Jahren Fahrradstraßen. Begonnen wurde im Uni-Viertel, wo sich auch die einzige Fahrradstraße ohne Zusatzzeichen befindet, also die einzige, auf der ausschließlich Radler unterwegs sein dürfen. Das Netz dieser Straßen umfasst 13 Kilometer. Erreicht werden sollte vor allem, dass Radler sicherer leben, den Ring verlassen und auf diesen speziellen Straßen fahren. Das erste Fazit des ADFC: "Das ist gelungen."













