Feuerwehr muss 250 Kilo toten Fisch aus dem Teich im Bürgerpark holen
Durch Rettungsaktion mit 30 Kräften gelingt es aber offenbar auch, Dutzende Karpfen zu retten
Dramatisches Tier-Sterben im Teich am Bürgerpark zwischen BTHC-Heim und Hockeyplatz: Die Feuerwehr hat eigenen Angaben zufolge gestern Abend mindestens 250 Kilo toten Fisch aus dem Wasser geholt.
Die Ursache für das Sterben der Karpfen ist noch unklar. Die Untere Wasserbehörde hat Proben genommen, das Ergebnis stand am Abend noch aus. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, dass es keinen Anhaltspunkt gebe, dass die Fische mutwillig getötet worden seien, etwa durch das Einleiten von Gift. Es spreche vielmehr Vieles dafür, dass während des langen Winters zu wenig Sauerstoff im Wasser war.
Diese These stützt auf BZ-Anfrage der Braunschweiger Fisch-Biologe Ingo Brümmer. Er meint: "Sauerstoffmangel hat zu diesem Fischsterben geführt." Während des langen Winters seien die Teiche ständig mit Eis und Schnee bedeckt gewesen. Dadurch sei kein Licht hineingekommen, und es konnte sich kein Sauerstoff bilden.
"Erschwerend hinzu kommt, dass in vielen Teichen viel zu viel Schlamm ist", erklärt der Biologe. Auch dadurch mangele es an Sauerstoff. Die Kombination aus dieser Tatsache und hartem Winter hat seiner Überzeugung nach zum Tod der Tiere geführt.
Auf das Fischsterben aufmerksam geworden war die Feuerwehr durch den Anruf von Spaziergängern, die sich über den erbärmlichen Gestank am Teich gewundert hatten. Dieser stammt von den vielen tausend vergammelten Karpfen, die möglicherweise schon Wochen tot in dem Teich schwammen und erst gestern mit Tauen des Eises entdeckt worden sind.
Durch das Spritzen des Wassers in die Luft versuchte die Feuerwehr bis in die Abendstunden möglichst viel Sauerstoff in den Teich zu bekommen. Das ist ihr offenbar gelungen, Dutzende Tiere wurden gerettet. Im Einsatz waren 30 Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Wehren Innenstadt und Stiddien.
Gut möglich, dass sie in den nächsten Tagen wegen Fischsterbens noch zu mehreren Teichen ausrücken müssen. Fisch-Biologe Brümmer sagt: "Es ist die Frage, inwieweit der Teich im Bürgerpark für die anderen Teiche in der Stadt steht." Er vermutet, dass zum Beispiel auch im Raffteich, Kennelteich oder in den Riddagshäuser Teichen Ähnliches passiert sein könnte. Kann man jetzt noch etwas tun, um dies zu verhindern? "Nein!", sagt der Experte: "Dazu ist es zu spät."
Und selbst während des Winters wäre das nahezu unmöglich gewesen. Der Biologe weiß: "Man hätte überall den Schnee wegschieben, das Eis lockern und ersten Schätzungen zufolge 50 bis 75 Belüfter an die Teiche stellen müssen. Dieser Aufwand wäre nicht zu leisten gewesen."













