Diebesgut aus eiskalter Oker gefischt
Vier Grad kaltes Wasser und überhaupt keine Sicht Taucher mussten Beweismaterial im Schlamm ertasten
Die Wagenspuren sind noch frisch im Matsch am Okerufer. An dieser Stelle hatten Einbrecher in der Nacht zu Sonntag ihr Fluchtfahrzeug festgefahren und daraufhin Diebesgut ins Wasser geworfen. Gestern suchten Polizeitaucher danach und wurden fündig.
Sie stellten mit einer teueren Bohrmaschine ein wichtiges Beweisstück sicher. Die Beschuldigten, zwei 23 Jahre alte Männer aus Hildesheim, sollen in das Werkzeuglager einer Großbaustelle an der Reiherstraße eingedrungen sein.
Zunächst waren der gelernte Maurer und der Soldat von Wachmännern auf dem Gelände ertappt worden. Später waren sie von herbeigerufenen Beamten des zivilen Streifendienstes festgenommen worden.
Zum Einsatzzeitpunkt der Tauchergruppe der Bereitschaftspolizei Braunschweig gestern war das Wasser der Oker gerade mal vier Grad warm. Wegen der durch das Schmelzwasser aus dem Harz erhöhten Fließgeschwindigkeit war die Sichtweite nahezu null. Taucher Mark Sorensen musste sich durch den aufgewühlten Schlamm tasten.
In zwölf Metern Entfernung vom Ufer fand er schließlich in etwa zwei Meter Tiefe eine hochwertige Schlagbohrmaschine. Ein möglicherweise zweites gestohlenes Elektrobauwerkzeug ließ sich allerdings nicht finden.
In der Tatnacht hatten Polizeibeamte das verlassene und festgefahrene Fluchtfahrzeug an der Uferstraße unter einer Brücke der A392 entdeckt. Auf dem Rücksitz hatten zunächst Werkzeugbehälter gelegen, offensichtlich Beute aus dem Einbruch. Unentdeckt war es danach einem Täter gelungen, sich der Beute zu entledigen. Als er allerdings zwei Stunden später mit einem Abschleppwagen gekommen war, um sein Auto aus dem Matsch zu ziehen, hatten die Fahnder zugegriffen.
Die Beschuldigten waren vorläufig festgenommen worden. Sie legten Teilgeständnisse ab und wurden wieder auf freien Fuß gelassen. Ein Beschuldigter hat einen Zweitwohnsitz in Braunschweig. Einer ist vorbestraft.













