Kunden warten auf neue Markthalle
Im Herbst und doch nicht im Frühjahr soll die neue Passage im Schlosscarree eröffnet werden
Wann gehts los mit dem Bau der neuen Markthalle?, fragen sich Kunden, wenn sie durchs Schlosscarree bummeln. Anfang April soll es eigentlich so weit sein. Doch hinter dem Termin steht momentan noch ein kleines Fragezeichen.
Nach Informationen unserer Zeitung sind noch nicht alle Modalitäten geklärt. Der Investor des Bauvorhabens äußerte sich gestern auf Anfrage nicht zu diesem Thema.
Noch nicht ganz geklärt ist vor allem der Zugang zur neuen Passage, die eine Nord-Süd-Sichtachse zwischen Ritterbrunnen und Steinstraße herstellen wird. So ist noch nicht klar, zu welchen Konditionen der Inhaber des dortigen Textilgeschäftes seine Ladenfläche räumt und nach nebenan zieht, in ein leerstehendes Ladenlokal.
Geplanter Umzug im Februar kam nicht zustande
Er warte noch auf ein akzeptables Angebot, erklärt Inhaber Michael Hoffmann. Ursprünglich sei der Umzug zum 1. Februar geplant gewesen, nach Abschluss des Räumungsverkaufs im Januar. Doch der Termin habe sich nicht realisieren lassen, so Hoffmann.
Nach Informationen unserer Zeitung soll die neue Markt-Passage noch im Oktober 2010 eröffnet werden, zum zweiten Geburtstag des Gesundheitszentrums Schlosscarree.
Wie berichtet, soll eine Feinkost-Markthalle entstehen, die mit ihren ausgewählten Sortimenten aber nicht in Konkurrenz zu herkömmlichen Wochenmärkten treten möchte. Nach zuletzt veröffentlichten Plänen sollen auf rund 2000 Quadratmetern 14 bis 16 Händler kulinarische Spezialitäten anbieten. Die Gestaltung der Stände ist flexibel.
Forderungen nach einer herkömmlichen Markt-Halle an dieser Stelle erteilte der Investor eine Absage. Es sei nicht Aufgabe eines privaten Investors, eine solche Markthalle bereitzustellen. Das sei eine originäre öffentliche Aufgabe, die zur Grundversorgung der Bürger zähle.
Wolfsburger Markthalle mit großen Problemen
Die neue Markthalle in der Nordost-Ecke des Erdgeschosses soll nach Vorstellungen des Betreibers Kundenmagnet und Frequenzbringer für das Schlosscarree werden, der höhere Umsätze generiert. Alle Mieter würden davon profitieren.
Das Schlosscarree wird für die Besucher von innen wie von außen künftig transparenter werden. Wer vom Schloss reinkommt, wird bis hinüber zum Steinweg sehen können und andersherum bis zum Schloss.
Dass solche Markthallen-Pläne wohl durchdacht sein müssen, zeigt aber das Beispiel Wolfsburg, wo eine ebensolche Halle im vergangenen Jahr in der Fußgängerzone eröffnet wurde. Schon wenig später gab es erhebliche Probleme.
Innerhalb weniger Monate stand der hintere Teil der Markthalle leer: Ein russischer Imbiss verschwand, ebenso ein Weinladen, ein Gemüse- und ein Käsestand. Die Markthalle wurde, wie es heißt, nicht in dem Maße angenommen, weil viele Produkte zu hochpreisig waren und die Halle nicht schön gestaltet war.













