Hunde beißen zu, immer mehr Braunschweiger werden verletzt
Stadtverwaltung klagt: Herrchen und Frauchen missachten viel zu oft die Anleinpflicht für ihre Vierbeiner
Immer mehr Braunschweiger leinen ihre Hunde in Parks, Grünanlagen und Naturschutzgebieten nicht an. Viele Bürger sind sauer, die Verwaltung ist alarmiert, zumal die Zahl der Opfer von Hundebissen gestiegen ist.
Erster Stadtrat Carsten Lehmann fordert die Hundebesitzer auf: "Halten Sie sich an die Anleinpflicht!"
BZ-Leserin Elisabeth Schneiderbergs (Name auf Wunsch der Frau geändert) kann das nur unterstützen. Sie geht oft im Bürgerpark spazieren und sagt: "Wir hatten selber Hunde. Ich mag es dennoch nicht, wenn fremde Tiere auf mich zugelaufen kommen, an mir schnuppern oder an mir hochspringen. Das ist unhygienisch. Ganz zu schweigen davon, dass man nicht weiß, ob sie irgendwann zubeißen."
Was im vergangenen Jahr 60-mal in den Braunschweiger Parks und Naturschutzgebieten der Fall war. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2008 hatte es 45 Beiß-Attacken gegeben zumindest gemeldete. Stadtsprecher Adrian Foitzik vermutet: "Die Dunkelziffer ist weit höher, denn nicht jeder wendet sich in so einem Fall an uns oder die Polizei."
Erster Stadtrat Lehmann betont, dass die 60 Biss-Opfer in den meisten Fällen von nicht angeleinten Hunden verletzt wurden. Die Verwaltung gehe konsequent allen Vorfällen nach, die ihr von der Polizei oder durch Anzeigen aus der Bevölkerung bekannt werden.
Ein zuweilen kostspieliges Ordnungswidrigkeitsverfahren ist die eine Folge; in Absprache mit der Veterinärabteilung prüft die Stadt darüber hinaus, ob ein genereller Leinenzwang für den Hund angeordnet wird, ob er einen Maulkorb benötigt oder ob das Tier gar so gefährlich ist, dass es eingezogen werden muss. Dies war 2009 in einem Fall nötig.
Nach Auskunft von Lehmann gibt es auch ohne Beiß-Attacke oft Beschwerden über nicht angeleinte Hunde. Der Zentrale Ordnungsdienst gehe diesen nach und überwache die Anleinpflicht. "Gegebenenfalls prüft er auch Gebiete intensiver, aus denen Beschwerden kommen", erläutert der Erste Stadtrat.
Ohnehin kontrolliere der städtische Ordnungsdienst regelmäßig in Parks und Naturschutzgebieten. Er spreche Hundebesitzer an und weise auf die Anleinpflicht hin, wenn diese sich nicht daran halten. Aus Gesprächen mit seinen Mitarbeitern weiß Lehmann: "Die meisten Hundehalter zeigen sind einsichtig."
Das bestätigt Elisabeth Schneiderbergs: "Ich bitte die Leute immer, ihr Tier anzuleinen. Die meisten reagieren nicht patzig, sondern kommen meiner netten Aufforderung sofort nach."













