Weitere Kontrollen erwünscht
Leser sprechen sich in Umfrage für härteres Vorgehen gegen wildes Urinieren aus
Wildpinkler sind unbeliebt das zeigt unsere Umfrage. Ob die Stadt nach der großangelegten Kontrollaktion am Wochenende härter gegen die Falsch-Urinierer vorgehen soll, wollten wir von unseren Lesern wissen. 91 Prozent antworteten: Ja!
16 Kontrolleure von Ordnungsdienst und Polizei streiften in den Nächten zu Samstag und Sonntag durch die Straßen, 29 Anzeigen wegen Urinierens in der Öffentlichkeit wurden gestellt eine erfolgreiche Jagd, die Zuspruch findet. 145 Leser meldeten sich gestern bei uns, der Großteil von ihnen sprach sich für weitere Ordnungseinsätze aus.
Die sind bereits für die kommenden Wochenenden geplant. Damit will die Stadt deutlich machen, dass sie den anhaltenden Klagen aus den Wohnvierteln rings um Diskotheken und Kneipen nachgehe, erklärt Stadtsprecher Jürgen Sperber. Auch bauliche Veränderungen, etwa eine bessere Beleuchtung von angrenzenden Wegen, würden derzeit geprüft.
Eine Alternative in mobilen Pissoirs oder sogenannten Pinkelboxen sieht die Stadt allerdings nicht: "An Toiletten fehlt es nicht. Öffentliche Einrichtungen sind nur wenige Schritte entfernt oder in Gaststätten", so Sperber. "Das ist keine Frage mangelnder Toiletten, sondern der Disziplin."
Dem stimmt Polizeisprecher Wolfgang Klages zu: "Das ist nicht mehr nur Notdurft. Die Leute kommen aus der Kneipe und stellen sich direkt daneben an Hauswand", erklärt er. So etwas sei unappetitlich und nicht mehr hinnehmbar. "Und es wird teuer", warnt Klages. Etwa 100 Euro Bußgeld kämen auf die Wildpinkler zu. Das seien übrigens immer Männer Mädchen und Frauen betreffe das fast nie.
Nicht nur unhygienisch, auch schädlich für das Mauerwerk ist das wilde Urinieren. Ulrich Bauschke ist Sachverständiger, er weiß: "Das zersetzt den Putz." Wird oft an eine Hauswand gepinkelt, könnten Fassaden schnell ruiniert werden, erklärt der Maler und Lackierer. Auch Gerüche setzten sich im Gestein fest eine Reinigung wäre dann kaum noch möglich: "Dann muss das gesamte Mauerwerk ausgetauscht werden", sagt Bauschke.













