Unsichere Mehrheit für Schulerhalt
Schulausschuss stimmt gegen die Pläne der Verwaltung, die Grundschule Schuntersiedlung zu schließen
SCHUNTERSIEDLUNG. Muster ohne Wert. Der Schulausschuss hat sich gestern gegen Schließungspläne der Stadt für die Grundschule Schuntersiedlung stark gemacht. Am Dienstag aber entscheidet der Verwaltungsausschuss. Unter anderen Mehrheitsverhältnissen.
Und es deutet alles darauf hin, dass das Gremium in der abschließenden Beratung über die Neusortierung der Schullandschaft den Vorschlägen aus dem Rathaus folgen wird.
Das würde bedeuten:
Jahrgangsweise Auflösung der Grund- und Hauptschule Schuntersiedlung ab Sommer. Die Kinder werden ab 2011 in Kralenriede und in der Isoldestraße eingeschult.
Umzug der Astrid-Lindgren-Förderschule aus den Standorten Rühme und Isoldestraße zum Tostmannplatz schrittweise ab 2011
Zusammenlegung der Förderschulen Kielhornschule und Helen-Keller-Schule ab Sommer in Melverode.
Eltern kritisieren
Verhalten der Verwaltung
Gegen diese Pläne entlud sich gestern im Ratssaal erneut das Unverständnis der Eltern aus dem Norden der Stadt und von Schulleiter Jörg Schönrock. Sie monierten die Kurzfristigkeit, mit der das Thema über sie hereingebrochen sei und den Umgang der Verwaltung mit den Betroffenen. "Die Arbeit von drei Jahren, die unendlich viel Kraft, Engagement und Nerven erfordert hat, wurde schlagartig beendet. Die Vorgehensweise ist besorgniserregend", bemängelte Schönrock. Er hielt der Stadt auch vor, dass sie vorübergehend das Nebeneinander größerer Gruppen von Haupt- und Förderschülern am Tostmannplatz dulde. Eine Kombination, die er für nicht vorstellbar und konfliktträchtig hält. Eine Einschätzung, die Lindgren-Schulleiterin Doris Haucke mit Kopfschütteln konterte: "Das sehe ich anders. Wir haben zwar schwierige Schüler, wir haben aber auch viele liebenswerte Schüler. Und wir haben uns sogar eine Kooperation mit einer Hauptschule in einem Gebäude gewünscht."
Doris Haucke nickte wie die Leiter aller anderen beteiligten Schulen die Pläne zur Neuordnung ab, ihre Anregungen zu veränderten Zeitplänen aber blieben unberücksichtigt. Auch der Wunsch der Grundschule Isoldestraße, den räumlichen Engpass im nächsten Schuljahr zu beheben, fand aus Kostengründen keine Mehrheit.
Im Gegensatz zum Vorstoß der SPD, zumindest den Grundschulzweig in der Schuntersiedlung zu erhalten und lediglich die Hauptschule aufzulösen. Der städtische Schul-Fachbereichsleiter Thomas Schebesta aber winkte ab: Ohne Bau von mindestens zwei zusätzlichen Klassenräumen im nächsten Jahr für mehrere hunderttausend Euro werde das nicht zu haben sein.
Gleichwohl stellte sich eine Mehrheit aus Oppositionsfraktionen und Bürgervertretern hinter die SPD. CDU und FDP stimmten dagegen sie haben am Dienstag im Verwaltungsausschuss die Mehrheit.













