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11. Februar 2012
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Anmeldungen an den Gesamtschulen – Absage an jedes dritte Kind

Rekordzuspruch für die IGS – 847 Bewerber für 533 Plätze – Schwemme von Seiteneinsteigern

Von Jörg Fiene

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Für mehr als 300 Viertklässler ist nach den Ferien kein Platz an den vier Integrierten Gesamtschulen (IGS) der Stadt. Die Sekretariate nahmen Anmeldungen für 847 Mädchen und Jungen in Empfang – so viele wie nie zuvor. Jedes dritte Kinder erhielt aber eine Absage.

Der Zuspruch wächst weiter. Fast jeder zweite der rund 1800 Grundschulabsolventen sollte in diesem Sommer nach dem Willen der Eltern an eine IGS wechseln. Platz aber ist nur für 533 Kinder.

Für die IGS-Leiter eine zwiespältige Angelegenheit – einerseits werteten sie die gestiegenen Anmeldezahlen als Bestätigung für ihre Schulform, andererseits mussten sie zahlreichen Eltern die losbestimmte Absage an ihre Kinder mitteilen. Franz Rollinger, Chef der Wilhelm-Bracke-Schule, sagt: "Unsere Sekretärin hat fast zwei Tage lang nur mit Eltern telefoniert." Und sein Kollege Andreas Meisner von der IGS Franzsches Feld erklärt: "Viele Eltern verstehen nicht, dass ihr Kind ausgelost worden ist. Dieses Unverständnis haben wir mit einer Vehemenz zu spüren bekommen, die uns neu ist."

Michael Johannes, Sprecher des Arbeitskreises Gesamtschulen im Stadtelternrat, erneuerte seine Forderung nach einer fünften Gesamtschule. "Es ist gut, dass Oberbürgermeister Hoffmann und der Rat die vierte IGS so unterstützen. Jetzt müssen wir mit den Fraktionen ins Gespräch kommen, ob und wie unter den finanziellen Gegebenheiten eine weitere Gesamtschule aufgebaut werden kann", so Johannes.

Er bringt das Schulzentrum Heidberg als möglichen Standort ins Gespräch, sagt aber auch: "Mittlerweile ist die IGS ein Konkurrenzangebot zu den Gymnasien. Notfalls muss man auch den Tabubruch wagen, mal ein Gymnasium zu schließen."

Schuldezernent Wolfgang Laczny tritt auf die Euphoriebremse: "Die Errichtung einer weiteren IGS würde schwerwiegend in die bestehende Schullandschaft eingreifen. Eine Abschätzung der Auswirkungen wird erst möglich sein, wenn sich die vierte IGS etabliert hat." Wann das sein wird, sagt Laczny nicht.

Mittlerweile müssen die IGS-Leiter den Schülerzustrom mangels Kapazitäten auch an anderer Stelle eindämmen. Wie Rollinger sagt, wollen immer mehr Seiteneinsteiger von Gymnasien an die Gesamtschulen wechseln. "Wir haben zurzeit täglich drei bis vier Nachfragen von Eltern aller Klassenstufen, aber kaum einen Platz frei." Meisner zählte bis 1. Mai, dem Stichtag für Wechselwillige, 200 Bewerbungen. "Die Anrufe danach habe ich gar nicht mehr gezählt." Das Motiv vieler Eltern sei das verkürzte Abitur an Gymnasien.

Donnerstag, 10.06.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12375924/menuid/2048
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