Steuerskandal Fahnder durchsuchen Credit Suisse
Razzia soll klären: Haben Bank-Mitarbeiter geholfen, Steuern zu hinterziehen?
Die Fahnder kamen gestern früh um 10 Uhr. Durchsuchung bei der Credit Suisse Braunschweig am Steintorwall. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf will klären, ob Mitarbeiter der Bank an Steuerhinterziehung beteiligt sind.
War alles viel einfacher als geglaubt? Mussten deutsche Steuerflüchtlinge nicht extra in die Schweiz fahren, um dort Geld anzulegen, sondern nur eine deutsche Niederlassung der Credit Suisse besuchen, wo ihnen Mitarbeiter halfen, das Geld am Finanzamt vorbeizuschleusen? "Wenn wir diese Frage beantworten könnten, hätte es keine Durchsuchungen gegeben", so Johannes Mocken, Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die die bundesweite Razzia veranlasst hatte.
Wie er erläuterte, werde nicht gegen einzelne Mitarbeiter der Bank ermittelt, sondern gegen "Unbekannt". Zeitgleich, um zu verhindern, dass Warnungen ausgesprochen wurden, begannen gestern zehn Düsseldorfer Staatsanwälte sowie 140 Steuerfahnder und Polizisten, bundesweit die Niederlassungen zu durchsuchen.
Braunschweigs Staatsanwaltschaft und Polizei waren davon nicht unterrichtet. "Sie zu informieren, ist eigentlich üblich", räumte Mocken ein. "Doch weil wir im ganzen Bundesgebiet tätig werden wollten, wäre in diesem Fall der bürokratische Aufwand zu groß gewesen."
Credit Suisse: Kooperieren mit der Staatsanwaltschaft
Wie Mocken ergänzte, dauere die Sichtung der Bankdaten an. Seitens der Credit Suisse Braunschweig hieß es, die Geschäftstätigkeit sei von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht berührt.
Ein Credit-Suisse-Sprecher in der Frankfurter Zentrale versicherte: "Wir kooperieren mit der Staatsanwaltschaft." Weitere Fragen ließ er mit Hinweis auf das Bankgeheimnis offen.
Ob überhaupt Kunden der Credit Swiss Braunschweig der Steuerhinterziehung verdächtig sind oder gar Steuern hinterzogen haben, ist ebenfalls offen. Die Oberfinanzdirektion Hannover und das Braunschweiger Finanzamt für Fahndung und Strafsachen verwiesen auf das Steuergeheimnis, das es zu wahren gelte.
Auslöser der Ermittlungen war eine CD mit den Daten von 1100 deutschen Steuerhinterziehern, die das Land Nordrhein-Westfalen von einem Informanten gekauft hatte. Mehr als eine Milliarde Euro unversteuertes Vermögen soll in der Schweiz angelegt worden sein.













