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11. Februar 2012
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Neonazis wollen wieder durch die Innenstadt ziehen

Polizei rät von Demonstrationsroute ab – Gegendemonstration angekündigt

Von Jörn Stachura

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Fünf Jahre hatte Braunschweig Ruhe. Doch im nächsten Jahr soll es damit vorbei sein. Neonazis aus ganz Norddeutschland wollen wieder durch die Innenstadt ziehen. Sie haben bereits einen Termin für den 4. Juni 2011 bei der Stadtverwaltung angezeigt.

Von 12 bis 20 Uhr, so die Anzeige bei der Stadt vom 12. Juli, wollen die Neonazis vom Bahnhof aus über die Stationen Kennedy-Platz, Ritterbrunnen, Radeklint und Europaplatz wieder zurück zum Bahnhof marschieren. Auf dem Schloss-Vorplatz soll es eine 45-minütige Kundgebung geben.

Udo Sommerfeld, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat, hat für die Partei und das Braunschweiger Bündnis gegen Rechts ebenfalls eine Demonstration am 4. Juni angezeigt. Diese soll von 8 bis 20 Uhr dauern. Die Demonstrationsroute ist im Gebiet der Innenstadt identisch mit der der Neonazis. Allerdings verläuft die Route in Gegenrichtung. Die Demonstrationszüge würden sich begegnen.

Gleichzeitig hat die Linke – als Teil ihres Kommunalwahlkampfes – Kundgebungen vor der Schill-Gedenkstätte und ebenfalls auf dem Schloss-Vorplatz angekündigt.

Die Polizei Braunschweig hat bereits Bedenken angemeldet. Sprecher Thomas Geese sagte: "Im Jahr 2005 waren 3000 Polizisten im Einsatz. Dieses riesige Aufgebot würde im nächsten Jahr wohl nicht reichen. Die Polizei wird darum von der Demonstrationsroute der Rechtsradikalen abraten."

Für Gundolf Algermissen, im Jahr 2005 einer der Organisatoren des Protestes gegen die Neonazis, kommt die Entwicklung völlig überraschend: "Ich hatte geglaubt, nachdem die Neonazis im Jahr 2005 durch Braunschweig gezogen waren, hätten sie ihr Ziel erreicht und würden Braunschweig in Zukunft meiden. Die Neonazis verfolgen jetzt offenbar neue Strategien."

Armin Kraft, damals ebenfalls Organisator des Gegenprotestes und Weltanschauungsbeauftragter der evangelischen Landeskirche, hatte Ähnliches freilich schon geahnt: "In der rechten Szene gärt es schon lange. Es war nur eine Frage der Zeit, dass sie wieder nach Braunschweig kommen." Er ergänzt: "Ich werde mich wieder in die erste Reihe der Gegendemonstranten stellen."

Auf Anfrage teilte die Stadt Braunschweig mit: "Die Verwaltung beschäftigt sich mit diesem Thema derzeit in Gesprächen mit der Polizei und wird sich zu gegebener Zeit äußern."

Samstag, 07.08.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12734277/menuid/2048
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