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14. Februar 2012
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Immer mehr Kinder klagen über Mobbing

Braunschweiger Kinderschutzbund sucht ehrenamtliche Mitarbeiter für das "Nummer gegen Kummer"-Telefon

Von Bettina Thoenes

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Niemals steht das Telefon still. Anruf folgt auf Anruf. Ein Mädchen ist allein zu Hause und fürchtet sich vor der Spinne im Badezimmer. Mitschüler machen sich über eine Jugendliche lustig, weil sie zu dick ist. Andere rufen an, um ihren Liebeskummer loszuwerden. Oder weil sie sich nach der Trennung der Eltern in der Zwickmühle fühlen. "Zu wem soll ich gehen? Eigentlich liebe ich doch beide."

Mehr als 13 000 Gespräche haben ehrenamtliche Mitarbeiter des Braunschweiger Kinderschutzbundes im vergangenen Jahr am Kinder- und Jugendtelefon geführt. Manchmal hilft schon das Zuhören. Anonym – auf beiden Seiten. Das ist oberstes Gebot.

Kinder seien heute angesichts einer veränderten Gesprächskultur besser in der Lage, ihre Probleme zu benennen, sagt Annette Brühl, Leiterin der Beratungsstelle des Kinderschutzbundes. Doch haben sie am Nachmittag nach der Schule nicht immer einen Ansprechpartner. "Beide Eltern sind berufstätig, die Großeltern wohnen weit weg." Da hilft es manchmal, die "Nummer gegen Kummer" zu kennen.

Eine Nummer, hinter der ehrenamtliches Engagement steht. 30 Mitarbeiter sind es zur Zeit, die nachmittags das Braunschweiger Telefon besetzen. Zu wenig. "Wir brauchen dringend weitere Ehrenamtliche", sagt Ortsvereinsvorsitzende Regina Olshausen. Zumal das Telefon künftig täglich zwei Stunden länger besetzt werden soll als bisher.

Denn der Bedarf ist ungebrochen. Vor allem die Gruppe der 12- bis 16-Jährigen nutzt die Möglichkeit, sich jemandem anonym anvertrauen zu können. Mehr als die Hälfte ruft an, weil es ihnen an Selbstvertrauen mangelt. Oft geht es um das eigene Aussehen, um den eigenen Körper.

Immer häufiger gehe es in den Gesprächen am Telefon auch um Mobbing unter Gleichaltrigen oder den Konflikt, bei wem das Kind nach Trennung der Eltern leben soll, ergänzt Roswitha Goydke, wie Regina Olshausen seit vielen Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes. "Deutlich seltener wenden sich Kinder mit Schulproblemen an uns, selbst in der Zeugniszeit." Wahrscheinlich, so Goydke, seien Schulen mit Ganztagsbetrieb oder Schulsozialarbeit inzwischen so aufgestellt, dass sie solche Probleme selbst lösen können.

"Die Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen, ist unsere wichtigste Aufgabe." Ehrenamtliche werden in 80 Stunden auf die Gespräche am Kummer-Telefon vorbereitet. Die kostenlose, über Spenden finanzierte Berater-Ausbildung verpflichtet zu dreijähriger Mitarbeit im Kinderschutzbund. Was bedeutet: Die Mitarbeiter sind dreimal im Monat für je zwei Stunden am Sorgentelefon präsent. Was sie laut Goydke mitbringen sollten: Erfahrungen mit Kindern.

Die nächste Berater-Ausbildung startet im Oktober.

Donnerstag, 09.09.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12897758/menuid/2048
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