Wählerische Gepardin geht auf Liebesreise
Inventur im Stöckheimer Zoo: 88 Jungtiere erblickten das Licht der WeltFreigehege für Präriehunde soll im Herbst eröffnet werden
Es krächzt, faucht und schnattert nur so in Uwe Wilhelms Reich. Die Waschbären klettern waghalsig auf Weiden-Ästen dicht über den Köpfen der Besucher im Stöckheimer Zoo. Nebenan mampft ein Trampeltier genüsslich einen Zweig. Inhaber und Betreiber Uwe Wilhelm nutzt derweil den ruhigen Januar für die Inventur. Und um Pläne für 2004 zu schmieden.
Erneut möchte er seinen Zoo erweitern. An den vor eineinhalb Jahren eröffneten Eingangsbereich soll sich ein Fischteich für Koi-Karpfen anschmiegen, in dem Gäste die Fische streicheln dürfen. Dahinter sind Freigehege geplant. Unter anderem Baumstachler und Nasenbären können sich dort tollen. Erstmals sehen Besucher im Herbst dann Präriehunde im Zoo.
Die Waschbären besitzen bereits ein Freigelände. Neugierig recken sie ihre Nasen den Besuchern entgegen, balgen sich um die besten Plätze auf den dünnen Zweigen. "Unsere Tierpfleger haben sie mit der Hand aufgezogen, deshalb haben sie Vertrauen zu Menschen", sagt Uwe Wilhelm. Zoohündin Tessa flitzt zwischen den Gehegen umher.
Skeptisch blicken die Weißbüschelaffen aus ihrer 25 Grad warmen Behausung den Besuchern entgegen. Nur ein Jungtier klammert sich am Rücken des Vaters fest und lugt keck aus seiner Deckung hervor. Die Äffchen benötigen besondere Fürsorge, weiß Wilhelm. Jedes Tier ist "gechipt". Mit dem winzigen Mikrochip sind die Affen registriert, unter anderem für das europäische Erhaltungszuchtprogramm, an dem der Zoo teilnimmt.
Das Gehegebuch führt Wilhelm ebenfalls im PC. Mit den Einträgen und Ergebnissen des vergangenen Jahres ist er zufrieden: 88 Jungtiere haben in Stöckheim das Licht der Welt erblickt. Am eifrigsten haben sich die Stinktiere hinsichtlich des Nachwuchses gezeigt: 18 Jungtiere zählte der Zoo-Inhaber.
Einzig die Gepardendame ist wählerisch. Wilhelm: "Fünf Männchen hat sie bisher verschmäht." Als nächstes darf sie eine Liebesreise nach Holland antreten. Über den Beginn einer Gepardenzucht würde sich der Zoo-Betreiber besonders freuen. "Ich mag alle Tiere, aber manche eben besonders", verrät er und krault das Gepardenweibchen am Kinn.
An ihren Auslauf grenzt das Menschenaffenhaus. Der Rohbau steht bereits. Der Einzug von Schimpansen, Orang Utans oder Gorillas liege aber noch in weiter Ferne, betont der Tierliebhaber und begeisterte Handwerker.
"Wir bauen alles selbst und finanzieren uns nur über die Eintrittsgelder, deshalb dauert alles seine Zeit." Im Sommer sei erst einmal das Freigelände für die Präriehunde dran, die die Besucher dann eben so nah sehen wie bereits die Waschbären.













