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09. Februar 2012
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Nachtigallen genießen intakte Natur

Naturschutzbund legt neueste Zahlen vor: 132 Reviere kartiert – Dichtere Population als in anderen Städten

Von Norbert Jonscher

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Sie lieben die Vögel, besonders ihren legendären Gesang: Die Nabu-Arbeitsgruppe Nachtigall hat gestern das Ergebnis ihrer neuesten Bestandserhebung vorgelegt, die Braunschweig in Niedersachsen fast schon als eine Nachtigallen-Hochburg ausweist: 132 SM (was in diesem Fall "singende Männchen" bedeutet) wurden gezählt – ein Beweis für eine intakte Natur.

Meinen die Experten. Wie Dr. Friedmund Melchert, Vorsitzender des Naturschutzbundes Braunschweig: "Eigentlich finden sich Nachtigallen mehr in Sachsen-Anhalt und Brandenburg, aber auch vereinzelt hier im südlichen Niedersachsen. Weiter nördlich, etwa in Emden, ist das ein seltener Vogel." Der sehr wählerisch ist, was die Wahl des Reviers betrifft: "Für den Nestbau braucht er 20 Quadratmeter Büsche – und ein paar hundert Quadratmeter Umfeld dazu, mit dichtem Bodenbewuchs", erläutert der Sprecher der Arbeitsgruppe, Rudolf Jackmann. Und Melchert ergänzt (anspielend auf die geplante Schlosspark-Bebauung): "Es gibt hier eben doch noch Parks, die nicht kahlgeschlagen werden."

Keine vergifteten Käfer

Was Nachtigallen nicht mögen: aufgeräumte Parks (nur Bäume, Wiesen), buschlose Feldmarken, in denen Insekten, Käfer der Giftspritze zum Opfer fallen, unterholzfreie Nadelwälder. Orte, die Nachtigallen nicht lieben, wo ihnen nicht zum Singen zumute ist. "Wo viel gespritzt wird, gibt’s keine Nachtigallen."

Apropos Gesang: "Ih ih ih ih watiwatiwati! – Diwati quoi quoi quoi quoi quoi qui! – ita lülülülülülülülülülü watiwatiwati! – Ihih titagirrrrrrr itz!" Der Biologe Johann Friedrich Naumann hatte schon im 19. Jahrhundert versucht, das Nachtigallenlied in artikulierte Laute umsetzen. In Braunschweig ist das Lied der singenden Männchen in 132 Revieren zu hören (1998 waren es noch 193 und selbst 2000 noch 192); der Bestand hat sich leicht verringert.

Unscheinbarer Vogel

Und dennoch: Im Vergleich zu Städten wie etwa Hildesheim steht Braunschweig gut da. Hildesheim kam im Jahr 2000 auf eine SM-Quote von 1,22 pro qkm, Braunschweig auf 2,51. In diesem Jahr liegt die Quote bei 1,72. Was so schlecht nicht sei, meinen die Experten. Denn: In Niedersachsen hat sich der Bestand (derzeit etwa 5000) in den letzten 20 Jahren in etwa halbiert.

Übrigens, wer zum ersten Mal die legendäre Sängerin in Gebüsch oder Baum entdeckt, wird enttäuscht sein: Der Vogel ist unscheinbar, 16 cm groß, das Gefieder braun, der Schwanz rotbraun, die Kehle weiß.

Und wo kann man die Nachtigallen in Braunschweig hören? Vor allem im Westpark (15 Reviere), am Mittellandkanal (21), am Moorhüttenteich und im Bürgerpark (je 10). Es gibt aber auch Einzelsänger, etwa an der Frickenmühle bei Harxbüttel. Insgesamt, rechnen die Nabu-Experten vor, gibt es, alles in allem, rund 250 Nachtigallen in Braunschweig, von denen die meisten Jahr für Jahr wiederkommen – weil es ihnen hier gefällt. Abstimmung mit den Flügeln könnte man das auch nennen.

Freitag, 30.07.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3058203/menuid/2048
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