Ausgelassene Stimmung am Rollfeld
Mehr als 3000 Besucher bei Party am Flughafen - Freiburger Charter-Maschine als passende Kulisse
"Unter freiem Himmel feiert es sich einfach am besten!" Mehr als 3000 Braunschweiger bestätigten diese am Eingang des Waggumer Flughafengebäudes aufgeschnappte Aussage durch ihre Anwesenheit bei der dritten und womöglich letzten Fiestaphobia-Party dieses Jahres.
Nachdem im Juli wegen andauernden Regenwetters gleich zweimal die Fete am Raffteichbad abgesagt worden war, suchten diese ungewöhnliche Party-Location am Flughafen noch mehr Menschen auf als bei der Premiere im Vorjahr. "Dass dieser Ort von unseren Gästen so gut angenommen wird, freut uns natürlich ganz besonders", erklärte Mitveranstalter Robert Pillardy. Er erinnert sich noch gut daran, wie schwer es gewesen war, wegen der vielen Flughafen-Sicherheitsbestimmungen eine Genehmigung für die Party am Rollfeld zu erhalten. Schon 2003 waren Tausende nach Waggum gekommen, um zu tanzen und zu feiern.
Noch um Mitternacht bildete sich am Samstag auf dem Lilienthal-Platz vor dem Flughafengebäude eine Schlange von Zuschauern, die Einlass begehrten. Da sich im weiteren Umfeld keine privaten Wohnhäuser befinden, war genügend Parkraum für die vielen Autos der Gäste vorhanden. Doch in den Genuss, seinen Wagen ganz nah am Airport abzustellen, kamen nur wenige. Denn schon früh wurde der Lilienthal-Platz abgesperrt, was sechs Polizisten und mehrere Helfer übernahmen. "Wir haben allein einen Lastwagen an Verkehrsschildern geordert, um ein gefordertes Parkleitsystem aufzubauen", so Pillardy. Ein Problem, mit der aktuell in der Löwenstadt viele Veranstalter zu kämpfen haben. So ist auch die Feldschlößchen-Bühne im Raffteichbad nur über Umwege erreichbar, ebenso der Bunker am Madamenweg, wo kommenden Samstag eine Party stattfinden soll.
Bei der Fiestaphobia-Veranstaltung herrschte trotz minutenlanger Anmärsche vom abgestellten Auto bis zum Veranstaltungsplatz bis spät in die Nacht hinein eine ausgelassene Sommerparty-Stimmung. Auf der Terrasse und der höher gelegenen Aussichts-Plattform des Flughafens, wo sonst Restaurantbesucher und Ausflügler den Blick auf startende und landende kleinere bis mittelgroße Flieger richten, wurde auf einer durch Traversen mit zahlreichen bunten Disco-Leuchten und so genannten Moving-Heads, computergesteuerten Strahlern, abgetrennten Parkett ausgiebig getanzt. "Die Stimmung ist klasse, die Atmosphäre immer ganz besonders", schwärmte Discjockey Carsten Warnk.
Wer allerdings die im Vorfeld angekündigte Cocktailtheke nutzen wollte, suchte vergebens. Auch die in diesem Zusammenhang aufgeführte Lounge entpuppte sich als Ecke mit ein paar aufgeblasenen Plastik-Sesseln und zwei angestrahlten Palmen. Dafür bildete nur wenige Meter von der Gästen entfernt auf dem Rollfeld ein Propeller-Flugzeug der Fluggesellschaft Cirrus-Airlines die richtige Kulisse einer Flughafen-Party. Mit dem Flieger war am selben Tag der SC Freiburg zum Fußball-Bundesligaspiel in Wolfsburg angereist. Dass eine andere Maschine um 0.45 Uhr in relativ geringer Höhe über die Köpfe der Feiernden brummte, dürfte bei lauter Party-Musik kaum jemand mitbekommen haben.













