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09. Februar 2012
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Wer Mathe nur erklärt, lehrt verkehrt

An der TU Braunschweig wurde gestern das Lehrerfortbildungszentrum "Mathe-Lok" gegründet

Von Harald Duin

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Mit Volldampf für einen besseren Mathematikunterricht. An der Technischen Universität wurde gestern das Lehrerfortbildungszentrum "Mathe-Lok" gegründet. Lok – das kann man auch so buchstabieren: L wie Leistung, O wie (mathematische) Operation, K wie Kraft. "Mathe-Lok" ist eine Einrichtung des Instituts "Computational Mathematics" der TU.

Eine nur geringe Bereitschaft zur Fortbildung hatte (siehe BZ vom 20. September) die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) den deutschen Lehrern attestiert. Für jene Gymnasiallehrer, die gestern am Eröffnungsseminar teilnahmen, gilt das wohl nicht.

Sie lauschten unter anderem einem Vortrag des Studiendirektors Arne Madincea von der Herder-Oberschule Berlin. Titel: "Der erklärende Lehrer ist der schlechte Lehrer". Wer immer dachte, das Erklären sei doch die vornehmste Aufgabe eines Lehrers, darf mit Hilfe von Madincea umdenken.

Ganz im Sinne von Madincea zitierte Dr. Christiane Kraus, quasi die Lokführerin von "Mathe-Lok", den chinesischen Philosophen Konfuzius, der von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. lebte. Konfuzius erkannte: "Erkläre mir etwas auf die beste Weise, und ich werde es bald vergessen. Zeige mir etwas, und ich werde mich daran erinnern. Lass’ mich etwas selbst versuchen, und ich werde es verstehen."

Prof. Dr. Thomas Sonar (TU) zur BZ: "Mit dem Mathematikunterricht von heute kann man nicht zufrieden sein." Es sei indes ungerecht, alle Kritik am Mathe-Lehrer abzuladen: "Der Schüler hat eine Holschuld". Andere Tagungsteilnehmer beklagten eine "mangelhafte Arbeitshaltung" der Schülerinnen und Schüler. Sonar weiter: "Ich vermisse an den Schulen eine Einheit von Mathematik und Physik." Er plädiert dringend für einen anwendungsorientierten Unterricht. Deshalb hat die TU für "Mathe-Lok" einen Schulungsraum mit 24 Plätzen eingerichtet, um Mathematik- und Physiklehrer insbesondere in der Techno-Mathematik auszubilden und sie zu befähigen, technische und naturwissenschaftliche Phänomene mathematisch zu modellieren. Das Fortbildungszentrum "Mathe-Lok" öffnet sich im Übrigen auch Schülern. So existiert bereits seit Monaten die Gruppe "Dampfmaschine" – Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe treffen sich an der TU und lösen interessante Matheaufgaben.

Noch mehr Fortbildung gibt es am 2. und 3. Oktober an der TU. Thema: "Historische Aspekte im Mathematikunterricht an Schule und Universität". Die Anregung ist die, im Unterricht berühmte Mathematiker der Vergangenheit und deren Entdeckungen zu behandeln. Zu den Gastreferenten gehört auch Dr. Gerd Biegel vom Braunschweigischen Landesmuseum, das unter anderem die weltweit bedeutendste Sammlung mechanischer Rechengeräte beherbergt.

Kontakt Mathe-Lok: Dr. Christiane Kraus, Tel. 391 7401, E-Mail-Adresse: ch.kraus@tu-bs.de.

Dienstag, 21.09.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3267676/menuid/2048
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