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04. Februar 2012
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Fassungslosigkeit in der Husarenstraße

Zwei Tote und ein schwer Verletzter bei Familiendrama – Menschen können nicht begreifen, was passiert ist

Von Ralph-Herbert Meyer

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Die Nachbarn stehen auf der Straße, betroffene Gesichter, kaltes Blaulicht, Krankenwagen, Polizeiwagen. Das Ausmaß der Familientragödie wird auf den ersten Blick deutlich. In der Husarenstraße herrscht Fassungslosigkeit.

Es ist schrecklich. Zwei Tote, ein schwer verletzter 13-Jähriger. Alle Drei weisen Schussverletzungen auf. Der 14-jährige Bruder bleibt zurück. Er sagt aus, das Drama entdeckt zu haben. Die Menschen auf der Straße können nicht begreifen, was da passiert ist.

Gestern Abend, um 19.23 Uhr geht der Notruf bei der Polizei-Einsatzzentrale ein. Der 14 Jahre alte Junge ruft an und berichtet, dass seine Eltern und sein Bruder blutüberströmt in der Küche lägen. Er sagt, er sei gerade nach Hause gekommen und habe die Tragödie entdeckt.

Als die Beamten kurz darauf eintreffen, öffnet der 14-Jährige die Tür. "In Boxershorts und die Hände voller Blut", berichtet ein Polizist, der als einer der Ersten in der Wohnung war. Vermutlich hat der Junge seine blutverschmierte Kleidung ausgezogen. Die Polizei kümmert sich um ihn, bringt ihn weg vom Tatort.

"Der Junge war noch ansprechbar, psychisch aber in sehr schlechter Verfassung", sagt der Beamte. Der Junge wird von der Kriminalpolizei noch in der Nacht verhört. Notfallseelsorger Peter Schellberg wird eingeschaltet.

Die Rettungssanitäter stellen den Tod der Eltern fest. Jede Hilfe kommt zu spät: Der 67 Jahre alte Mann und seine 49 Jahre alte Frau wurden von mehreren Kugeln im Oberkörperbereich tödlich getroffen. Nachbarn beobachten wie der schwer verletzte 13-jährige Sohn auf einer Trage in den Rettungswagen geschoben wird. "Er hatte Kopfverletzungen", sagen sie. Sein Zustand ist lebensbedrohlich.

"Die Täterschaft ist noch nicht eindeutig geklärt", teilt die Polizei kurz vor 22 Uhr mit. Die Spurensicherung ist im Einsatz. "Es wird noch Stunden dauern, meint ein Beamter. Wann der Tatort wenigstens partiell freigegeben wird, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Bis dahin liegen die Toten noch in der Küche.

"Es war alles voller Blut, ein schlimmer Anblick, auch wenn ich schon viel gesehen habe. Die Eltern und der Junge lagen auf dem Boden", berichtet ein Polizist sichtlich erschüttert.

Das Drama ereignete sich in einem Altbau. Die Wohnung der offenbar gut situierten Familie ist großzügig, 5 Zimmer. Sie erstreckt sich über zwei Etagen. Die Räume sind erleuchtet. Von außen sieht es aus, als sei nichts geschehen. Die Menschen auf der Straße blicken nach oben. Unfassbar. Die Frage nach dem Warum bleibt zunächst unbeantwortet. Der Hintergrund der Familientragödie ist noch völlig unklar. Das ist die letzte Nachricht der Polizei in dieser tragischen Nacht.

Freitag, 05.11.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3423216/menuid/2048
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