Erlebnispunkte weisen im Wald auf Besonderheiten hin
Wanderung auf den Femo-Erlebnispfaden Asse und Reitling erfordert neben gutem Schuhwerk eine durchschnittliche Kondition
20 000 Braunschweiger reisten am 20. Oktober 1901 per Zug in die Asse bei Wittmar, um bei der feierlichen Einweihung der Bismarck-Säule dabei zu sein. Begleitet wurde dieser Menschenzug von Musikkapellen und Gesangsvereinen. Erster Halt auf dem Weg zur Säule war die in der Region bekannte Gastwirtschaft zur Asse.
Am Assegasthaus in Wittmar beginnt heutzutage eine Wanderung über den Erlebnispfad Asse, der Teil des Freilicht- und Erlebnismuseums Ostfalen (Femo) ist. Der Pfad führt durch die Liebesallee zunächst zur bereits erwähnten Bismarcksäule, von deren 23 Meter hohen Aussichtsplattform man einen herrlichen Blick über die Vorharzlandschaft hat.
Nur 200 Meter weiter befinden sich die Überreste der Asseburg, der einst größten mittelalterlichen Burganlage Norddeutschlands. Auf einer Informationstafel wird die Geschichte dieser Burg auf dem südlichen Kamm der Asse geschildert. Sie wurde 1492 bei der "Großen Stadtfehde" zwischen den Herzögen und der Stadt Braunschweig von Braunschweiger Truppen in Brand gesetzt und zerstört.
Wer nicht so gut zu Fuß ist, der kehrt nach der Besichtigung der Burganlage zum Ausgangspunkt, dem Gasthaus "Waldhaus zur Asse", zurück. Es besteht aber auch die Möglichkeit, um den Röhrberg herum bis zum nördlichen Muschelkalkrücken zu wandern und über den Teichweg und das Gelände der ehemaligen Schachtanlage Asse I zum Waldhaus zurückzukehren.
Anhand von 9 Erlebnispunkten werden auf diesem Pfad Aspekte der Geologie, Geschichte, Vor- und Frühgeschichte, Botanik und Pilzkunde erläutert und die Zusammenhänge zwischen diesen Fachgebieten hervorgehoben.
Die Wanderung auf diesem Erlebnispfad erfordert neben gutem Schuhwerk eine durchschnittliche Kondition. Mit Kinderwagen ist der Pfad aber nicht passierbar. Je nach Wahl des Weges dauert der Rundgang zwischen 2 und 5 Stunden.
Gute Kondition benötigt man auch für den zweiten Femo-Erlebnispfad im Landkreis Wolfenbüttel, den Natur-Erlebnispfad "Reitling". Er ist 4,5 Kilometer lang und hat teilweise Steigungen bis zu 15 Prozent. Wer diese Mühe auf sich nimmt, kann mit Auge und Ohr, mit Geruchs- und Tastsinn die landschaftliche Schönheit, die Pflanzen- und Tierwelt, aber auch die geologischen Besonderheiten des östlichen Reitlingstales erleben und erfahren.
Von der ausgeschilderten Hauptstrecke, die an der Gaststätte Reitling beginnt, zweigen an drei Stellen Pirschgänge ab, die durch ein kleines Stück Wildnis, also unberührte Natur, führen. Von Ende März bis in den Juli hinein begleitet ein Konzert aus Hunderten von Vogelstimmen vor allem morgens und abends die Femo-Besucher auf diesem Weg.













