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12. Februar 2012
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Todesschuss auf kleine Katze

Jäger tötet im Waggumer Wald sechs Monate altes Tier – Besitzerin von "Mäuschen" erstattet Strafanzeige

Von Dieter Schäfer

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Wirbel um den Tod einer Katze im Waggumer Wald: Der sechs Monate alte Vierbeiner hatte sich vom Grundstück seiner Besitzerin Inge-Lore Elch-Kolbe entfernt. Ein Jäger aus Hordorf (Kreis Wolfenbüttel) legte an – und schoss. Katze "Mäuschen" war sofort tot. Besitzerin Inge-Lore Elch-Kolbe hat den Schützen angezeigt.

Ein Waggumer Jäger hatte am vergangenen Donnerstag gegen 20.30 Uhr im Forst Wild beobachtet. "Plötzlich hörte ich einen Schuss", berichtet der Mann. "Wenig später sah ich den Jäger, der geschossen hatte. Der Mann ging einfach davon." Die Familie von Inge-Lore Elch-Kolbe suchte die Umgebung nach ihrem rabenschwarzen "Mäuschen" ab. Der Zeuge berichtete, dass etwa 50 Schritte von Kolbes Grundstück entfernt der Schuss gefallen sei. Die Katzenfreundin rief den Jagdberechtigten an. "Er sagte mit, dass der Hordorfer Jäger geschossen habe." Der Zeuge: "Ich finde es nicht gut, dass die Katze erschossen wurde. Jeder hängt an seinem Tier."

Der Schütze behauptet, die Katze sei mindestens 300 Meter vom Grundstück entfernt gewesen. Bei dieser Entfernung habe er laut Jagdgesetz schießen dürfen. Auch habe er das tote Tier ordnungsgemäß entsorgt. "Er hätte den Kadaver zur Tierkörperbeseitigungsstelle bringen müssen", stellt Tierheimleiter Herbert Nagel fest. "Diese Stelle ist bei uns am Biberweg. Hier wurde aber keine tote Katze abgegeben."

Empört über seinen Jäger-Kollegen ist der Vorsitzende der Jägerschaft Braunschweig, Hennig Brandes. Er warne die Jäger immer wieder davor, in Ortsnähe auf Hunde oder Katzen zu schießen. Die Tierhalter seien identifizierbar, sie könnten auf ihre Pflicht hingewiesen werden, die Vierbeiner unter Kontrolle zu halten. Das Abschießen sei immer das äußerte Mittel, wenn beispielsweise Hunde wilderten. In diesem Fall handele es sich für die Braunschweiger Jäger um eine Ausnahme, die sehr ärgerlich sei, fügt Brandes hinzu.

Enttäuscht von der Jägerschaft ist Inge-Lore Elch-Kolbe. "Wir haben mit den Jägern immer in friedlichem Einverständnis gelebt", berichtet sie. "Es gab nie Probleme. Eine Katze von sechs Monaten wildert nicht. Wir sind sehr traurig." Das kleine "Mäuschen" fehle der ganzen Familie. Auch die Zwillingsschwester der jungen Katze gräme sich. Sie sei ständig auf der Suche nach ihrer Schwester.

Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen werde der Schütze in den nächsten Tagen zur Vernehmung vorgeladen, teilte Polizeisprecher Wolfgang Klages mit.

Mittwoch, 10.08.2005
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/4395455/menuid/2048
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