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13. Februar 2012
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Die Affen immer fest im Blick

Anthropologie-Studentin Sonja Reinecke beobachtete im Stöckheimer Zoo vier Wochen lang das Verhalten der Tiere

Von Dieter Schäfer

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"Auch Kata-Affen sind den Menschen gar nicht so unähnlich. Eine gemeinsame Vergangenheit ist durchaus noch feststellbar – auch wenn sie bereits Millionen Jahre zurückliegt."

Dieses Fazit zieht die Anthropologie-Studentin Sonja Reinecke (10. Semester), nachdem sie die possierlichen Tiere vier Wochen im Stöckheimer Zoo intensiv beobachtet hat.

"Die Affenart ist auf der Insel Madagaskar im Indischen Ozean vor der afrikanischen Ostküste zu Hause", berichtet die 29-jährige Studentin. Kata-Affen gelten als in ihrem Bestand gefährdet. Wilderer und die Vernichtung von Lebensraum haben ihnen im Laufe der Jahrzehnte arg zugesetzt.

Sonja Reinecke hat das Sozialverhalten der vier Kata-Affen unter die Lupe genommen. Vier Wochen hockte sie jeden Tag möglichst bewegungslos in unmittelbarer Nachbarschaft der Tiere.

Die Beobachterin registrierte jede Bewegung der Kata, notierte freundschaftliches und ablehnendes Verhalten, jede Gefühlsregung. "Die Verbindung zwischen den Affen, wer kommt mit wem gut zurecht, wo bestehen Abneigungen und wo Sympathien, waren wichtige Einzelheiten meiner Arbeit ", sagt sie.

"Das sind Verhaltensmuster wie beim Menschen", meint die Studentin. Interessant: Kata-Weibchen dominieren, die Männchen sind klar unterlegen. Im täglichen Leben geht’s friedlich zu, Prügeleien sind aber nicht ausgeschlossen.

Um gemeinsam mit den Katas in der Gruppe zu leben, war die Zeit der Studentin zu knapp. "Um als Gruppen-Mitglied wirklich akzeptiert zu werden, muss man auch das Verhalten der Tiere detailliert übernehmen", sagt Sonja Reinecke. "Und das ist ein gewaltiger Zeitaufwand."

Die flauschigen Tiere mit dem langen Schwanz stellen ihren Artgenossen deutlich die eigene Persönlichkeit zur Schau, hat die künftige Anthropologin herausgefunden. Jeder will beeindrucken – dem Menschen ähnlich. Jedoch sind Kata-Affen nicht patriarchisch organisiert wie der Mensch. Jedes Tier sei trotz seines Lebens in der Gruppe ein Einzelwesen.

In einer wesentlichen Eigenschaft unterscheiden sich die Kata-Affen vom Menschen, weiß Sonja Reinecke: Katas seien nicht hinterhältig. Meinungsverschiedenheiten würden sofort geklärt.

"Katas sind bereits gut erforscht", stellt Zoo-Tierarzt Pierre Grothmann fest. Dennoch seien die jetzt gewonnenen Erkenntnisse durchaus nicht überflüssig. "Wir haben die Studentin gerne aufgenommen." Im Lauf von Jahren könnten sich Veränderungen im Verhalten der Tiere ergeben. Deshalb sei es wichtig, Beobachtungen zu wiederholen.

Notwendig sei die Arbeit der Studentin gerade im Stöckheimer Zoo gewesen, betont Grothmann. Die aus 2 Männchen und 2 Weibchen bestehende Kata-Gruppe sei noch nicht sehr lange zusammen.

"Wir wissen noch nicht, ob sich die Affen tatsächlich zu zwei Pärchen zusammengefunden haben", sagt der Veterinär. Zwei Tiere seien etwa zehn Jahre alt, zwei seien erheblich jünger. Kata-Affen können 20 bis 30 Jahre alt werden.

Donnerstag, 22.06.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5574583/menuid/2048
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