Dem geologischen Reichtum auf der Spur
Buch "Wanderungen in die Erdgeschichte Braunschweiger Land" lädt zu 32 Exkursionspunkten ein
Wer hätte das gewusst? Das nachweislich älteste Bauwerk Braunschweigs mit Rogenstein-Mauern aus den Steinbrüchen des Nussbergs ist die Jacobikapelle auf dem Eiermarkt aus dem 9. Jahrhundert. Dass der Dom mit Rogenstein und Elmkalk gebaut wurde, erfahren erdgeschichtlich Interessierte ebenfalls beim Lesen der Neuerscheinung "Wanderungen in die Erdgeschichte (19) Braunschweiger Land".
Im Beisein des Münchner Verlegers Friedrich Pfeil stellten gestern Autor Fritz J. Krüger sowie Vertreter der Herausgeber (Naturhistorisches Museum Braunschweig und Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen) diesen Wanderführer in die Erdgeschichte des Braunschweiger Landes für Naturfreunde, Fossiliensammler und heimatkundlich Interessierte vor.
Anhand von 32 vorgeschlagenen Exkursionen bietet das Buch die Möglichkeit, den geologischen Reichtum des Braunschweiger Landes zu erwandern, Fossilfundstätten gezielt aufzusuchen und Interessantes über viele Millionen Jahre der Urgeschichte unserer Region zu erfahren. "Bei jedem Exkursionspunkt werden geologische, paläontologische, vorgeschichtliche und dem Thema nahe stehende kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten vorgestellt", erläutert Fritz J. Krüger. Es sei ein Buch der Praxis, ein Standardwerk für die nächsten bis zu 20 Jahre und zum Mitführen geeignet, betont der Fossilien-Experte, der mit elf Co-Autoren rund zwei Jahre an den Buch arbeitete.
Ziel der Wanderungen in die Erdgeschichte ist nach Krügers Angaben, die geologischen Schichten und Abläufe zu erklären und zu verstehen, die die hiesige Landschaft geprägt haben. "Das sind besonders die salztektonischen Vorgänge, die bis in die Zechsteinzeit zurückreichen und die ausgleichenden Kräfte der letzten Kalkzeiten", betont der Autor. Ihnen seien z. B. die sanften Hügel der Asse zu verdanken.
Den Anfang der 32 Routen bildet eine geologisch-historische Stadt-Exkursion durch Braunschweig. Das Naturhistorische Museum mit seiner umfangreichen Fossiliensammlung gehört ebenso dazu wie das Geopark-Informationszentrum Königslutter. Beschrieben werden außerdem die Fundstätte der berühmten 400 000 Jahre alten Schöninger Speere, die Aufschlüsse im Muschelkalk des Elms, der Salzstock unter der Asse, die Gletscherschrammen auf Rhätsandstein in Velpke sowie das Neandertaler-Jägerlager von Salzgitter.













