Alle 100 Arbeitsplätze bei Wolters gerettet
Guter Start gibt Sicherheit Geschäftsführer: Diesmal ein frohes Weihnachtsfest
Die befürchtete und erwartete Absatzdelle zu Beginn der neuen Wolters-Ära ist ausgeblieben. Peter Lehna, einer der vier neuen Geschäftsführer beim Hofbrauhaus, sagt stolz: "Jetzt sind alle 100 Arbeitsplätze mittelfristig sicher."
Lehna hatte Wolters zu Beginn des Monats mit seinen Mitstreitern Thomas Rennecke, Wilhelm Koch und Hanns-Bernd de Wall endgültig vor dem Aus gerettet. Die belgisch-brasilianische Inbev-Gruppe wollte die traditionsreiche Braustätte schließen.
Obwohl sich der Bierabsatz in ganz Deutschland rückläufig entwickelt, habe Wolters in den ersten beiden Wochen nach dem Neustart täglich 225 000 Flaschen pro Tag abgefüllt und damit das Vorjahresniveau erreicht. "Das übertrifft unsere Erwartungen deutlich", meint Lehna im Interview mit unserer Zeitung.
"Die Signale sind für Wolters positiv. Das betrifft Gastronomie, Lebensmittel-Einzelhandel und Getränkemärkte gleichermaßen. Deswegen werden wir die Zahl der Mitarbeiter halten können. Gegenüber der Stadt hatten wir eine Garantie abgegeben, dass 75 Arbeitsplätze bleiben", erklärt Lehna.
Im vergangenen Jahr sei den Mitarbeitern noch das drohende Aus ihres Arbeitgebers kurz vor Weihnachten mitgeteilt worden. "Diesmal wird es für die Wolters-Familie ein frohes, unbeschwertes Fest", ist Lehna zufrieden.
Dabei sei der Start schwieriger als zunächst angenommen gewesen. Denn erst Ende September habe die Inbev endgültig grünes Licht für die Übergabe gegeben. Der Kaufpreis betrug 8,3 Millionen. Die Stadt erwarb die Immobilie für drei Millionen und verpachtet in Erbpacht an die neuen Wolters-Besitzer.
Hintergrund für das späte Einverständnis war, dass Klagen von Aktionären gegen das Geschäft anhängig sind. 90 Prozent der Aktien hielt Inbev. Der Rest befindet sich in Streubesitz. "Inbev hat soziale Verantwortung für die Wolters-Mitarbeiter gezeigt", sagt Lehna. Sollte es jetzt noch zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen, würde Inbev die durchfechten.
Die augenblickliche Stimmung bei Wolters beschreibt Lehna so: "Die Leute rackern wie die Pferde."
Das vollständige Interview drucken wir in unserer Montag-Ausgabe.













