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19. März 2010
2-Tage-Vorschau

PTB lädt zur "Langen Nacht der Zeit"

"Rosenkavalier" in der Atomuhren-Halle und um 3 Uhr kriegen alle eine Stunde geschenkt

Von Harald Duin

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WATENBÜTTEL. Normalerweise denkt der Mensch bei Erwähnung der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt nicht gerade an amüsante Nächte. Das soll sich ändern. Die PTB lädt von diesem Samstag auf Sonntag ein zur "Langen Nacht der Zeit". Einlass ab 19 Uhr.

Es ist mit Sicherheit in Braunschweig die schönste Gelegenheit, die Umstellung von der Sommer- auf die Winterzeit zu erleben. Am Ende dürfen sich alle als Gewinner fühlen: Die PTB schenkt uns eine Stunde, lässt die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückspringen.

Und das alles passiert mit einer für Laien unvorstellbaren Genauigkeit. Davon kann sich jeder in der Atomuhren-Halle der PTB überzeugen. Von dort gibt es eine Liveschaltung zum Langwellensender DCF77, von dem das Zeitsignal ausgeht.

Jeder Besucher kann sich sein eigenes Programm zusammenstellen. Wer Zeit und Lust hat, kann ein Theaterstück zum Thema Zeit sehen oder zwei Kinofilme. Gezeigt werden Charlie Chaplins "Moderne Zeiten" sowie ". . . und täglich grüßt das Murmeltier" – in dieser Komödie gerät der Reporter Phil Connors (Bill Murray) in eine Zeitschleife und erlebt albtraumhaft wieder und wieder denselben Tag, wird freilich partiell getröstet von der schönen Aufnahmeleiterin (Andie MacDowell). Danach geht es ohne Zeitschleife weiter im Programm.

Dass neben der Atomuhr eine Sängerin des Staatstheaters ein Stück aus dem "Rosenkavalier" vorträgt, ist auch nicht gerade PTB-Alltag. Eine Aktion mit HBK-Künstlern verheißt eine "Geschenkte Stunde", ferner kann man sich zeitlose oder zeitgemäße Mode ansehen.

Und dann die Vorträge: Gerd Biegel referiert über "Unbekannte und vergessene Zeitpunkte der braunschweigischen Geschichte". Einen Beitrag zur Psychologie des Zeiterlebens liefern Werner Deutsch und Meike Watzlawik vom Institut für Psychologie der TU: "Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding". Fragen nach der "Tatzeit", welche bekanntlich bei der Aufklärung von Verbrechen dienlich ist, wenn man sie denn wüsste, stellt Jürgen Schmidt von der Polizei Gifhorn.

Mit diesem Nachtprogramm wurde die PTB als ein Ort im "Land der Ideen" ausgezeichnet, einem von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft ausgeschriebenen Wettbewerb.

Die "Lange Nacht" ist ferner ein Vorspiel zur "Stadt der Wissenschaft 2007" – vielleicht wird es ja eine spannende Braunschweiger Zeit.

Mittwoch, 25.10.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/6018287/menuid/2048
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