10 000 Besucher wollten die Atomuhr sehen
"Nacht der Zeit" als Vorgeschmack auf die "Stadt der Wissenschaft"
Wenn diese "lange Nacht der Zeit" in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) ein Gradmesser für Braunschweigs "Ideenküche" als Stadt der Wissenschaft 2007 war, dann kann sich die Region auf ein fulminantes Spektakel freuen.
Freilich, bis sich Braunschweig seinen Bürgern und Gästen offiziell als vielseitig-innovativer Wissenschaftsstandort präsentiert, ist es noch ein paar Monate hin. Doch die PTB-Verantwortlichen haben mit ihrer Kultur- und Wissenschaftsnacht die Messlatte ganz bewusst hoch gehängt.
Für ihr buntes Programm an 13 Stationen, das von populär-wissenschaftlichen Führungen über Besichtigungen bis zu Konzerten und Aufführungen reichte, war die Bundesanstalt sogar von der Initiative "Deutschland Land der Ideen" ausgewählt und vom Bundespräsidenten belobigt worden.
Umstellung von
Sommer- auf Winterzeit
In der Nacht von Samstag auf Sonntag folgten 10 000 Menschen dem Ruf der Bundesanstalt nicht nur, um die Umstellung von Sommer- auf Normal- oder Winterzeit mitzuerleben. In der PTB steht immerhin die Atomuhr "Caesium 2", die für Deutschland den genauen Sekundentakt angibt. "Der ist bis auf die 15. Stelle nach dem Komma kalibriert", verriet ein Mitarbeiter der Bundesanstalt den Besuchern, wie die PTB ihrem gesetzlichen Auftrag, "die Zeit zu machen", penibel nachkommt.
300 Angestellte
halfen den Gästen
Die Atomuhrenhalle war für viele Gäste natürlich ein Muss bei ihrer Besichtigungstour. Die Menschenschlange reichte stundenlang bis weit vor das Gebäude am Eingang des riesigen PTB-Geländes.
300 Angestellte, darunter fast alle Auszubildenden, halfen freiwillig, den Menschen einen unvergessenen Abend zu bereiten. Die Parkplätze auf dem Gelände der PTB waren freilich schnell belegt, Sonderbusse gut ausgelastet.
Mit solch einem Andrang hatte keiner gerechnet. PTB-Sprecher Jens Simon war tief bewegt von der Menschenmasse, die sich in der Nacht durch die PTB bewegte.
In der "Langen Nacht der Zeit" hatten alle Veranstaltungen etwas mit dem Thema Zeit zu tun: In der "Theater-Zeit" gab es Vorführungen, in der "Vortragszeit" interessante Referate, im "Ohm-Bau" der PTB eine Schau musealer bis moderner Stromuhren, freilich unter dem Motto "Gute alte Zeit". Und im "Vieweg-Bau" notierte ein Besucher auf einem großen Plakat bei der Frage "Was ist Zeit für Sie?" den philosophischen Gedanken: "Zeit ist ein demokratisches Gut. Jeder hat gleich viel davon."
Die Zeit-Nacht war bis ins letzte Detail geplant worden. Selbst eine skurril-grelle Kunstaktion aus dem Umfeld der Kunsthochschule im ersten Teil der doppelten Stunde zwischen 2 und 3 Uhr kreiste um das Thema der Nacht.
Sekt und "Zeit-Torte"
als Belohnung
Für alle, die bis zur Zeitumstellung ausgeharrt hatten in der Atomuhrenhalle waren das immerhin noch drei Dutzend Menschen , gab es im Kasino ein Glas Sekt und ein Stück einer "Zeit-Torte". Die "Vorspeise" zur Stadt der Wissenschaft, so Kulturdezernent Wolfgang Laczny, ist gelöffelt sie hat Lust geweckt auf mehr!













