Umweltfreundliche Energie: Braunschweig heizt mit Mais
10 Quadratkilometer Anbaufläche 20 Kilometer lange Pipeline für Biogas
Braunschweig wird von Sommer 2007 an mit besonders umweltfreundlicher Energie versorgt. Geplant ist eine große Biogasanlage, die zunächst 7000 Wohnungen der Stadt mit Fernwärme versorgen soll. Die doppelte Kapazität ist perspektivisch möglich.
Nach BZ-Informationen handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Abwasserverbandes Braunschweig und dem Energieversorger BS-Energy. Es hat offenbar den Charakter eines bundesweiten Modellprojekts.
Der Clou: Von die Biogasanlage bis zum Heizkraftwerk soll eine 20 Kilometer lange Pipeline unterirdisch gelegt werden. Unsere Informationen bestätigten BS-Energy und die Stadt. Nähere Angaben wollten beide nicht machen. Die Anlage soll am Freitag vorgestellt werden.
Die Biogasanlage wird vom Abwasserverband in der Nähe des Klärwerks Steinhof, etwa in der Mitte der Rieselfelder (Hillerse, Landkreis Gifhorn) gebaut. Das bestehende Kraftwerk von BS-Energy in der Nähe der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) wird erweitert. Es entstehen Kosten von geschätzt 10 Millionen Euro.
Die Biogasanlage soll mit dem nachwachsenden Rohstoff Mais versorgt werden. Geplant ist offenbar der Anbau auf einer 10 Quadratkilometer großen Fläche der Landkreise Gifhorn und Peine sowie der Stadt Braunschweig.
Der Mais wird bewässert mit dem vom Klärwerk Steinhof gereinigten Abwasser Braunschweigs. "Ein perfekter Kreislauf. Abwasserverwertung, nachwachsende Rohstoffe, Biogas, Wärme und Strom. Darin liegt ein erhebliches Zukunftspotenzial, beispielsweise auch für die dritte Welt", meint ein Experte.
Der Wirkungsgrad einer Biogasanlage, die nur Strom produziert, liegt zwischen 35 und 40 Prozent. Wird auch die Wärme genutzt steigt der Wert auf fast 90 Prozent.











