Dino-Knochen zur Probe eingegipst
Museumsdirektor berichtet von erfolgreicher Expedition in den Niger Art des Transports hat sich bewährt
"Der ?Dinosaurier-Friedhof war zum Glück unberührt", sagt Ulrich Joger, Direktor des Naturhistorischen Museums. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte er in der Republik Niger ein fast komplettes Saurier-Skelett entdeckt. Jetzt kehrte er an den Fundort zurück.
In Begleitung des Paläontologen Dr. Ralf Kosma, des Tuareg-Experten Edgar Sommer, des Kameramanns Achim Ritter sowie einiger Tuareg führte Joger bei dieser Wüsten-Expedition die im Vorjahr begonnene Ausgrabung des Skeletts eines großen Sauropoden fort. "Wir haben 15 Rippen gefunden, außerdem Beinknochen und das komplette Becken", berichtet der Reptilienexperte. Den Kopf habe das Team zwar nicht entdeckt, hege aber große Hoffnung, ihn doch noch zu finden. Grund: der Fund zweier Zähne des etwa 15 Meter langen Urtieres.
Kleinere Knochen und die Zähne wurden geborgen und zum Teil gehärtet und geklebt. Ein großer Beckenknochen des Dinosauriers wurde von Ralf Kosma versuchsweise mit einem Gipsmantel versehen. Nachdem der Knochen den Transport ins Expeditions-Depot so unbeschadet überstand, soll nun im kommenden Jahr das gesamte Skelett ausgegraben und auf diese Art nach Braunschweig gebracht werden.
"Die Bergung und Ausführung des Skeletts nach Deutschland ist von der Regierung in Niger genehmigt", berichtet Ulrich Joger. Hier werden von den Knochen Abgüsse gefertigt, die als Skelett zusammengesetzt dauerhaft vom Naturhistorischen Museum präsentiert werden sollen. Das Original kehrt zurück nach Niger und soll dort gezeigt werden.
Einziges Problem ist derzeit die Finanzierung der für Februar 2007 geplanten großen Dinosaurier-Expedition. Sie ist noch nicht gesichert.
Dabei stieß das Team bei seiner jüngsten Reise in die Wüste auf weitere Schätze. So wurden in der Umgebung des Dino-Fundortes versteinerte Fährten sowie Knochen eines kleineren Sauriers entdeckt. "Die Spuren stammen von mindestens drei Raptoren. Das sind Raubsaurier. Bislang waren sie nur aus Amerika und Asien, nicht aber aus Afrika bekannt", berichtet Ulrich Joger.
In der Nähe eines weiteren Dinosaurier-Friedhofs wurde die deutsche Expeditionsgruppe von den Tuareg zudem zu einem versteinerten Wald geführt. Hunderte versteinerter Stämme liegen dort und geben Hinweise auf die einstige Vegetation des Landes. Vermutlich handelt es sich um Zypressen.













