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11. Februar 2012
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Wo Braunschweig unter Dampf stand

Erinnerung an den Westbahnhof, einstige Güter-Drehscheibe der großen Industriebetriebe

Von Jörn Stachura

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Die Soziale Stadt macht’s möglich: Das Sanierungsprogramm ändert das Westliche Ringgebiets rasant. Auch der Bereich Westbahnhof erhält ein neues Gesicht. Die Erinnerung an den "alten Westbahnhof" will nun Stadtteilheimatpfleger Klaus Hoffmann bewahren.

Mehr als 16 Jahre ist es her, dass die letzte Lokomotive über das Ringgleis schnaufte. Gleis und Westbahnhof fielen anschließend in einen Dornröschen-Schlaf. Das Ringgleis wird schon seit Jahren nach und nach zu einem Rad- und Fußweg umgebaut, und nun erwacht auch langsam der Bereich Westbahnhof zu neuem Leben.

Langzeitarbeitslose über 50 haben den gesamten Sommer und Herbst daran gearbeitet, das Ringgleis von der Broitzemer Straße Richtung Hugo-Luther-Straße zu verlängern. Die offizielle Eröffnung steht noch aus, doch eifrig wird der Weg bereits genutzt. Er führt mitten durch den Bereich, den der Stadtteilheimatpfleger "die einstige industrielle Drehscheibe Braunschweigs" nennt.

Stahl für die Betriebe

Rückblende: Weil gute Verkehrsanbindungen Basis der Industrialisierung waren, eröffnete 1886 die Braunschweigische Eisenbahngesellschaft eine Ringbahn vom "Alten Bahnhof" bis zum Nordbahnhof am Mittelweg. Der Westbahnhof, sagt Hoffmann, sei der wichtigste Bahnhof der Strecke gewesen.

Denn dort traf der gesamte Stahl für Braunschweigs Maschinenbau-Unternehmen ein. Auf 13 Gleisen wurde die Fracht neu zusammengestellt und zu einem der 50 Betriebe am Ringgleis gefahren, die über einen eigenen Anschluss verfügten. 30 Züge täglich.

Im Bahnhofsgebäude selbst hat sich einer der ältesten "Kioske" der Stadt befunden. Dort deckten sich die Arbeiter der BMA, der Luther- und Wilke-Werke sowie von Karges Hammer ein. Und natürlich auch die 17 Mitarbeiter des Bahnhofs.

Florierendes Bahnhofsviertel

Die gesamte Gegend florierte. Die Belforter Schützen feierten in riesigen Zelten auf dem Hof des angrenzenden Betriebshofs der Stadt. An der Blumenstraße entstanden Kleingärten für Eisenbahner. Die "Hansa Schenke" an der Hugo-Luther-Straße gehörte zu den florierendsten Kneipen der Stadt.

Der Zweite Weltkrieg änderte alles. Hoffmann: "Weil die Züge für Kriegsgüter gebraucht wurden, stellte man den Personenverkehr ein." Als in den 80er Jahren die Straße der Schiene den Rang ablief, war es um Ringgleis und Westbahnhof geschehen. 1990 fuhr nur noch ein einziger Zug einmal wöchentlich Richtung Bühler. Das Ende war da.

Die Erinnerung an den Bahnhof zu erhalten, ist freilich schwer. Historische Fotos sucht Hoffman dringend. Wer ihm helfen kann, erreicht ihn unter Telefon 0 53 41-26 78 85.

Freitag, 29.12.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/6236657/menuid/2048
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