Eisenbahn-Museum gerettet
Alte Bahnen an der Borsigstraße sollen noch mehr Besucher anlocken
Der Plan ist ehrgeizig: An der Borsigstraße soll der Eisenbahn-Park als Touristen-Attraktion Braunschweigs ausgebaut werden. Ein Mietstreit mit der Bahn AG drohte das Projekt zu stoppen, doch der ist beigelegt.
Verkehrsfreunde-Vorsitzender Jörg May macht keinen Hehl daraus, "dass das gesamte Projekt und auch der Verein selbst auf der Kippe standen". Denn das Vereinsgelände gehörte einst der Bahn, und deren Grundstücksvermarktungstochter wollte die Miete vervierfachen.
Lok-Sammlung wächst
In der Folge hatten die Verkehrsfreunde alle Hebel in Bewegung gesetzt, um zu einer Einigung zu kommen, die der Finanzkraft des Vereins Rechnung trägt. Dies scheint gelungen. May spricht "von einer mündlichen Vereinbarung, die jetzt nur noch schriftlich abgefasst und unterzeichnet werden muss". Der Oberbürgermeister und die Wirtschaftsförderer hatten den Verein in den Verhandlungen unterstützt.
Wie der Verkehrsfreunde-Vorsitzende berichtet, "hatten wir in den vergangenen Monaten einige wichtige Projekte auf Eis legen müssen, weil keine Planungssicherheit bestand". Das wichtigste Projekt ist das geplante Eisenbahn-Museum namens Lokpark.
Unter großen Mühen und mit bescheidenen Mitteln restauriert der Verein die alten Loks. Die bekannteste von ihnen ist der Assebummler. In ihm fahren jedes Jahr Hunderte von Eisenbahnfreunden auf Nebenstrecken durch die Region. Eine zweite Lok wird zurzeit an der Borsigstraße fahrbereit gemacht.
Prunkstück der Sammlung ist der Steuerwagen des so genannten Weltmeister-Zuges, der 1954 die Fußball-Helden von Bern zur Siegesfeier nach Frankfurt fuhr. Die Sammlung alter Wagen und Lokomotiven wächst beständig. Von April an wird das Vereinsgelände wieder für die Öffentlichkeit frei gegeben.
Langzeitarbeitslose helfen
Das Gelände wird dann kaum wiederzuerkennen sein. Weil Tourismusförderung von den Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaften der Region unterstützt wird, arbeiten 20 ältere Langzeitarbeitslose daran, das Gelände aufzuwerten. Sie erhalten nun grünes Licht, um die 200 Meter lange Kinder-Eisenbahn um 300 Meter zu erweitern. Selbst an der "Stadt der Wissenschaft" beteiligt sich der Verein. Mit der TU und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wird eine Teststrecke an der Borsigstraße gebaut.













