Tiger Jelzin zieht nach Stöckheim: Ninas Neuer kommt aus der Schweiz
Sibirischer Tiger traf gestern Abend im Zoo Arche Noah ein Größte Raubkatze der Welt
Nina räkelt sich in der Sonne. Doch mit ihrer Ruhe ist es nun erstmal vorbei. Die alleinstehende Tigerdame hat einen "Neuen": Gestern Abend traf im Stöckheimer Zoo Jelzin ein, ein zweieinhalb Jahre alter Sibirischer Tigerkater aus dem Walterzoo in Gossau (Schweiz).
Er sei ein sehr ausgeglichener und gutmütiger Kater, hat man Tierärztin Dr. Anja Blankenburg berichtet. Und auch gleich, aus der Schweiz, ein Bewerbungsfoto Jelzins zugemailt. Das gab den Ausschlag.
Jelzin, Sohn von Tigerdame Taiga und Kater Juri, wurde im November 2004 geboren, und er sei damit ungefähr genauso alt wie Nina, die seit Dezember allein lebt: Ihr betagter Spielkamerad Nico (17) starb nach langer schwerer Krankheit. Nico, gebürtiger Braunschweiger, kam hier, an der Oker, zur Welt. Nina hingegen stammt aus Sachsen-Anhalt, sie fand im Sommer 2005 in Stöckheim ein neues Zuhause.
Gestern Abend nun bekam sie endlich wieder Gesellschaft. Um sich langsam aneinander zu gewöhnen, werden die beiden zunächst allerdings noch getrennt gehalten. Anja Blankenburg: "Sie können sich jedoch schon sehen und vor allem riechen."
Der Sibirische Tiger, auch Amurtiger genannt, ist die größte Unterart des Tigers und die größte lebende Katze der Welt. Männchen wiegen zwischen 100 und 300 Kilogramm und können eine Schulterhöhe von bis zu 1,15 Meter erreichen.
Frieren dürfte Jelzin in Stöckheim kaum. Sibirische Tiger sind Kälte gewohnt. Anja Blankenburg: "Durch sein sehr langes und dichtes Fell ist diese Tigerart an sehr niedrige Temperaturen angepasst." Der Amurtiger lebt im Einzugsgebiet der Flüsse Amur und Ussuri und zählt zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt im fernen Osten Russlands. Bis 1940 war der Freilandbestand auf 20 bis 30 Tiere reduziert. Anka Blankenburg: "Er konnte sich durch Schutzmaßnahmen wieder auf ungefähr 500 Tiere erholen, ist aber weiterhin gefährdet."
Nicht nur der Verlust des natürlichen Lebensraumes trage zu dieser Gefährdung bei. Da die Großwildbestände durch Wilderei immer kleiner werden, komme es auch zur Verringerung der Nahrungsgrundlage dieser Tiere.
Sibirische Tiger sind Einzelgänger. Jedoch überlappen sich die Reviere eines Tigerkaters in freier Wildbahn meist mit mehreren Weibchen. Diese Zonen werden von den männlichen Tieren besonders stark gegen Geschlechtsgenossen verteidigt. Ist ein weiblicher Tiger paarungsbereit, signalisiert er dies durch Urinmarkierungen und Kratzspuren an Bäumen. Findet sich während der Paarungsbereitschaft ein Partner, bleiben beide meist einige Tage zusammen und paaren sich mehrfach.
Wie beim Menschen, weiß Anja Blankenburg, gebe es auch bei Tigern unterschiedliche Charaktere. So habe man beobachtet, dass der alte Kater "Nico" sich mehr um die Aufzucht und Erziehung des Nachwuchses kümmerte als die damalige Mutter. "Wir hoffen alle, dass sich Nina und Jelzin schnell mögen und vielleicht sogar Nachwuchs zeugen."













