"Schwerster Einsatz für Braunschweigs Polizei"
Sprecher befürchtet noch mehr Gewalt beim G8-Gipfel
Die Braunschweiger Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei war mitten drin in den Krawallen der G8-Gegner von Rostock.
"Die jungen Kollegen sind stark beeindruckt von der Gewalt. Es war der bisher schlimmste Einsatz unserer Einsatzhundertschaft", sagt Sprecher Rainer Raschke gestern im Interview mit Lokalredakteur Ralph-Herbert Meyer.
Wie ist die Lage für Braunschweigs Bereitschaftspolizisten nach den Krawallen?
Heute ist es zum Glück ruhig. Unser eigentlicher Auftrag ist ja die Überwachung des Raumes zwischen dem Sicherheitszaun in Heiligendamm und Rostock. Es gibt bislang wenig Aktivitäten, wenig Transferfahrten. Aber wir erwarten, dass es mit dem offiziellen Beginn des Weltwirtschaftsgipfels am Mittwoch und dem Eintreffen der Staatschefs anders wird. In der Nähe unseres Bereichs befinden sich mehrere Camps von G8-Gegnern.
Das G8-Treffen hat noch nicht einmal begonnen, und es sind schon Hunderte von Polizisten verletzt. Wie wirken sich die Auftaktkrawalle auf die nächsten Tage aus? Wie können die Beamten sie verarbeiten?
Unsere Einsatzhundertschaft war nach Beginn der Krawalle angefordert worden und mittendrin. Vier Kollegen sind durch Steinwürfe verletzt worden. Sie sind aber einsatzfähig. Die jungen Kollegen sind von der Gewalt in Rostock schon sehr beeindruckt. Es war selbst für erfahrene Kollegen der bislang schlimmste Einsatz. Aber damit wird professionell umgegangen. Das hat keine Auswirkungen für die nächsten Tage.
Die Beamten können aber bei Bedarf mit Pastoren reden, auch mit Vorgesetzten oder Kollegen. Solche Erlebnisse wie die in Rostock werden nicht von einem Tag auf den anderen verarbeitet. Das passiert nicht während eines Einsatzes, sondern erst danach. Es wird bei einigen sicher Monate dauern.
Wie ist die aktuelle Stimmung nach dem heftigen Einsatz in Rostock?
Eigentlich recht gut, die Beamten sind ja auf den Einsatz vorbereitet gewesen und hatten schon Erfahrung zum Beispiel aus Einsätzen in Gorleben.
Aber man merkt schon, dass der Einsatz recht lang ist. Die meisten von uns sind schon zehn Tage hier. Nach den Ereignissen in Rostock wurde klar, dass es ein besonderer Einsatz ist. Mütter, Frauen oder Freundinnen riefen an, nachdem sie die Krawalle im Fernsehen gesehen hatten.
Gab es bereits weitere Vorfälle, bei denen Braunschweiger Polizisten eingreifen mussten?
Ja, am Sonntag mussten wir ein McDonalds-Lokal schützen. Die so genannte Clown-Armee der Globalisierungsgegner war in das Lokal gekommen. Sie benahmen sich aber gar nicht lustig und bewarfen Gäste mit Speise-Resten. Unter den Clowns waren auch ausländische Globalisierungsgegner.
Erwarten Sie weitere Krawalle?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es von jetzt an friedlich bleibt. Die Aggressivität der Autonomen ist groß. Ich würde mich freuen, wenn ich mich täuschen würde.











