Demonstration gegen den G8-Gipfel zieht durch die Innenstadt
Polizei toleriert nicht genehmigten Zug durch die Innenstadt und meldet 70 Teilnehmer
An einer Demonstration gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm hatten sich nach Zählung der Polizei rund 70 Teilnehmer auf dem Kohlmarkt versammelt. Mit drei großen Spruchbändern standen sie bis kurz nach 17.30 Uhr am Brunnen.
Die Kundgebung war nicht angemeldet, wie die Einsatzleitung der Polizei erklärte. Auch sei kein Ansprechpartner bekannt gewesen. Für das Flugblatt, das zur Demonstration gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm unter der Überschrift "G8 ist überall Widerstand auch" aufrief, ist mit dem Pseudonym August Merges unterzeichnet worden. Der echte Merges gehörte nach dem 1. Weltkrieg dem Arbeiter- und Soldatenrat an (siehe Schloss-Serie dieser Ausgabe).
Nachdem die Gruppe ohne große Resonanz bei den Passanten oder den Menschen, die in den Eiscafés saßen etwas länger als eine halbe Stunde auf dem Kohlmarkt beim Brunnen gestanden hatte, setzte sich der von mehreren antifaschistischen Gruppen getragene Kundgebungszug Parolen brüllend in Richtung Hutfiltern in Bewegung.
Die Polizei hatte sich bis dahin nicht gezeigt. Doch kurz vor der Münzstraße stoppte sie den Zug. Nach kurzer Verhandlung genehmigte die Einsatzleitung eine Fortsetzung über Münzstraße, Domplatz, Kleine Burg und Schuhstraße zurück zum Kohlmarkt. Die Polizei hielt sich zurück, zeigte aber am Eingang zur Burgpassage, dass sie Einsatzkräften in Reserve hat: Dort standen Beamte in voller Ausrüstung.
Am Kohlmarkt angekommen, kündigten die Demonstranten mit den Worten des rosaroten Panthers an: "Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder keine Frage." Offen ist, ob es während des G8-Gipfels in Braunschweig weitere Demonstrationen geben wird.











