Neuer Standort für die beiden Einmann-Bunker
Jörg Papenfuss fährt die Stahlbeton-Kolosse zur Aufarbeitung in den Lokpark Später werden sie am westlichen Ring aufgestellt
Binnen fünf Tagen hat sich das Schicksal der beiden Einmann-Bunker von der Arndtstraße geklärt (wir berichteten): Ein Braunschweiger Bunkerfreund wird nächste Woche die beiden Stahlbeton-Kolosse abholen und zur Aufarbeitung in den Lokpark an der Borsigstraße fahren.
Jörg Papenfuss ist zwar Containeraufsteller und kein Bunker-Transporteur, "doch man soll das nicht komplizieren, sonst kommen die alten Bunker nie ans Ringgleis". Mit einem großen Laster, der auch elf Tonnen schwere Container heben kann, will er die Bunker zu den Verkehrsfreunden fahren. Warum? Papenfuss ist nicht nur Ringgleis-Anlieger, er ist auch selbst stolzer Besitzer eines Einmann-Bunkers.
Beim Papenfuss-Bunker handelt es sich freilich nicht um das Modell, das an der Arndtstraße steht. Denn gegossen wurde er nicht bei Dresden, sondern bei Broistedt. "Diese Westermann-Bunker", erläutert Bunker-Experte Wolfgang Ernst, "erkennt man am Deckel, der als Halbkugel ausgeführt ist."
Auch Papenfuss kam höchst unfreiwillig zu seinem Bunker: "Bei den Arbeiten zur Erneuerung der Unternehmenseinfahrt stießen die Bauarbeiter auf ihn. Zunächst wurde angenommen, es handele sich um einen vergessenen Strang der Abwasserkanalisation. Denn niemand wusste, dass der Bunker dort lag."
Auf typische Art von der
Bildfläche verschwunden
Papenfuss ist sicher, dass auch sein Bunker auf die in den 50er Jahren typischen Art von der Bildfläche verschwand: "Er wurde seitlich angegraben, bis das Fundament frei lag und dann so lange mit Wasser unterspült, bis er umkippte und dann förmlich begraben werden konnte." Diese Verfahren (wir berichteten) wurde zum Beispiel am Viermann-Bunker der Verkehrs-AG im Straßenbahndepot Georg-Westermann-Allee angewandt.
"Vielleicht muss man
den Bunker zerschlagen"
Dort hat man mittlerweile in Erfahrung gebracht, so Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Müller, "dass unser Bunker an der Grundstücksgrenze Richtung Altewiekring liegt".
Ob er sich wird bergen lassen, weiß Müller freilich nicht: "Wenn die kleineren Einmann-Bunker ein Gewicht von bis zu sieben Tonnen hatten, dann sollte der Verkehrs-AG-Bunker ein Mehrfaches davon wiegen. Vielleicht muss man ihn zerschlagen, was nicht einfach wird, um ihn aus dem Boden zu bekommen." Doch raus muss er, denn das Gelände soll bebaut werden.
Bei den Verkehrsfreunden an der Borsigstraße bereitet man sich bereits darauf vor, die beiden Bunker aus der Arndtstraße möglichst schnell aufzuarbeiten. Während der Oldie-Tage, die am 30. Juni und 1. Juli an der Borsigstraße gefeiert werden, sollen sie den Besuchern letztmals zugänglich gemacht werden. Später sollen sie am Ringgleis aufgestellt werden.
Geplant ist, dass sie eine wichtige Rolle im Projekt Zeitschiene spielen. Wie berichtet, soll der Ringgleis-Abschnitt zwischen Westbahnhof und Borsigstraße zu einem begehbaren Museum zur Stadtgeschichte werden. Die Bunker sollen an die die Zerstörung Braunschweigs erinnern.













