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11. Februar 2012
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"Was wollen wir in fernen Galaxien? Die Erde ist doch viel zu schön"

Vortrag im Landesmuseum: Sigmund Jähn über die Deutschen und die Raumfahrt

Von Cornelia Steiner

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BRAUNSCHWEIG. "Liebe Fernsehzuschauer der Deutschen Demokratischen Republik. Ich bin sehr glücklich darüber, als erster Deutscher an diesem bemannten Weltraumflug teilnehmen zu dürfen." Es war im August 1978, als der Kosmonaut Sigmund Jähn diese Worte an die Menschen in der DDR richtete. Sieben Tage blieb er im All, nach seiner Rückkehr erhielt er den Titel "Held der DDR".

Gestern war Sigmund Jähn in Braunschweig. Im voll besetzten Landesmuseum sprach er über die ersten Raketen und die Zukunft. Der Vortrag war Teil der Reihe "Kultur und Raumfahrt", organisiert von der TU Braunschweig, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Landesmuseum.

Wie fing alles an? Vor mehr als einhundert Jahren hatte der Schriftsteller Jules Vernes die Vorstellung, Menschen mit Kanonen zum Mond zu schießen. Daraus wurde nichts – doch der Gedanke ließ die Menschen in Europa nicht mehr los. "In den 20er Jahren wurde die künftige Raumschifffahrt sogar als kultureller Fortschritt gesehen", erzählt Sigmund Jähn.

Auch daraus wurde nichts – das deutsche Militär entdeckte Raketen für seine Zwecke. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Peenemünde auf der Insel Usedom unter der Leitung von Wernher von Braun die ersten Großraketen entwickelt. "Die Reichweite war gut, das war das Kratzen am Weltraum. Aber einziges Ziel war der Einsatz als Vernichtungswaffe", sagt Jähn.

Und heute? Heute gelten Mond und Mars als erstrebenswerte Ziele. 2020 wollen die USA wieder Astronauten auf den Mond schicken. Russland spricht davon, um 2030 dort einen Außenposten einzurichten. Dahinter stehen handfeste Interessen. Es geht um die Frage: Woher kommt künftig unsere Energie? "Auf dem Mond gibt es sehr viel Helium-3. Dieses Isotop braucht man, um Energie durch Kernfusion zu erzeugen", erklärt Jähn. Auch zum Mars wollen Russland und die USA. "Leider gehen sie wieder getrennte Wege. Ich hätte mir gewünscht, dass die Menschheit den Mars gemeinsam angeht. Aber das scheint nicht so zu sein. Die Chinesen mischen sich ja auch noch ein."

Jähn überlegt, was nach dem Mars kommen könnte – die Reise in ferne Galaxien, möglicherweise die Besiedelung neuer Planeten. "Ich glaube nicht, dass wir dort etwas zu suchen haben. Dafür ist die Erde doch viel zu schön."

Freitag, 02.11.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/7510665/menuid/2048
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