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12. Februar 2012
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Unternehmer Knapp spendet 600 000 Euro für Schulkosten

Soforthilfe von New-Yorker-Chef – Zusätzlich Stiftung für arme Kinder

Von Ralph-Herbert Meyer

Braunschweigs Schulkostenfonds hat einen großen Schub bekommen. Friedrich Knapp, Inhaber des Modeunternehmens New Yorker, hat 600 000 Euro gespendet.

"Jetzt können wir starten" freut sich Oberbürgermeister Gert Hoffmann. Er hatte sich gegen politischen Druck gewehrt, einen kommunalen Fonds aufzulegen und auf bürgerschaftliches Engagement gesetzt. Seine Begründung war stets: Bund, nicht Stadt ist zuständig.

Aus dem Fonds soll Schulmaterial für Kinder aus sozial schwachen Familien bezahlt werden. Hintergrund ist: Die vom Bund beschlossenen Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger sehen kein Geld für Schulbedarf vor.

"Eine gute Schulbildung ist unerlässlich. Das Geld soll helfen, die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen in der Region Braunschweig zu verbessern", erläutert Knapp.

In Braunschweig leben nach einer Studie des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugend-Berufshilfe 6715 Kinder bis 15 Jahre von Sozialhilfe. Vor allem Kirchenvertreter hatten seit Sommer in Braunschweig auf mangelnde Bildungschancen dieser Kinder hingewiesen.

"Wir werden alle notwendigen Hilfestellungen in organisatorischer und sonstiger Weise leisten und dann gemeinsam prüfen, inwieweit die Stadt noch ergänzend eigene Mittel einsetzen muss," erklärt Hoffmann.

Um den Schulkostenfonds ein Jahr lang auszustatten, ist nach Berechnungen der Stadt eine Million Euro nötig. Einen Teil steuert auch unsere Leseraktion "das Goldene Herz" bei.

Oberbürgermeister Hoffmann dankt neben Knapp auch seinem Beauftragten im Kampf gegen Kinderarmut, Propst a.D. Armin Kraft, und spendenbereiten Bürgern. Sie hätten dazu beigetragen, dass nach der Hilfe beim Schulessen nun auch das Problem bei den Schulkosten gelöst werden kann.

Hoffmann geht davon aus, dass mit dem Fonds die größte Not überbrückt werden kann, bis der Bund reagiert. Er geht von einer Korrektur der Hartz-IV-Sätze in Berlin aus. Dann habe es sich gelohnt, so Hoffmann, nicht vorzeitig die kommunale Kasse aufzumachen.

In diesem Zusammenhang kritisiert Hoffmann Diakonie und Propstei. Von dort seien "unsägliche Querschüsse" gekommen: "Es war natürlich schwer, Private zu Spenden zu motivieren, wenn Kirchenvertreter erklären, Private sollten hier nicht vorrangig das Problem lösen."

Unternehmer Knapp will über die Spende hinaus, so heißt es in einer Mitteilung, eine Stiftung gründen, um die Mittel zur Förderung von sozial schwachen Kindern und Jugendlichen langfristig zu sichern.

Im Stiftungsvorstand werde Bildungskompetenz vertreten sein, die die örtlichen Gegebenheiten der Schullandschaft kenne. Im Vorfeld soll Ursula Hellert, Gesamtleiterin des Christlichen Jugenddorfwerks in Braunschweig, mit Bildungsexperten der Stadt den konkreten Bedarf feststellen und Lösungen entwickeln.

Samstag, 22.12.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/7740147/menuid/2048
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