Caroline, ein fast perfekter Chauffeur
Wissenschaftler der Technischen Universität zeigen, was in ihrem Roboter-Auto steckt
Regen macht dem Roboter-Auto Caroline der Technischen Universität (TU) Braunschweig nichts aus. Stoisch zog Caroline Runde um Runde auf dem Forumsplatz. Nur die Besucherresonanz, die blieb am Samstag gering.
Knapp 200 Technikbegeisterte verloren sich etwas im großen Audimax-Hörsaal. Mit weit mehr Besuchern hatte die TU gerechnet, denn Caroline ist schließlich mehr als ein normales Auto Caroline ist Technologieträger.
Das hört sich etwas hochtrabend an. Ist es jedoch nicht. Denn die Perspektiven für ausgeklügelte Fahrerassistenz-Systeme sind ausgezeichnet. Professor Bernhard Rumpe versäumte so auch nicht, auf Möglichkeiten zu verweisen, die sich heute noch wie reine Zukunftsmusik anhören. Zum Beispiel: Beim Supermarkt vorfahren und dem Auto dann sagen: Such dir einen Parkplatz. Und kommt man vom Einkaufen zurück, ruft man sein Auto, das wie ein Chauffeur direkt beim Eingang vorfährt. Selbstständig versteht sich.
2018 soll das bereits Realität werden. Das hat jedenfalls General Motors angekündigt. Das US-Unternehmen hat mit seinem Fahrzeug jüngst die Urban Challenge 2007 gewonnen, den anspruchsvollen Wettbewerb für Roboter-Fahrzeuge.
Caroline und das TU-Team Carolo nahmen auch teil und kamen in den USA bei ihrem ersten Wettbewerbs-einsatz immerhin auf Platz 7. Und vieles von dem, was in zehn Jahren Realität sein soll, beherrscht das Braunschweiger Roboter-Auto bereits heute. Einparken, zum Beispiel, Linksabbiegen trotz Gegenverkehrs, in Sackgassen wenden.
Dennoch ist Caroline weit von dem entfernt, was später einmal in Serie gehen soll: Dach, Heck und Front sind noch mit Laserscannern, Radargeräten und Kameras gespickt. Und wenn sich Caroline in Bewegung setzt, dann ist das unüberhörbar und nicht zu übersehen: Auf dem Dach warnt ein großes, gelbes Blinklicht, und beim Fahren piept Caroline wie Lastwagen im Rückwärtsgang.
Doch das sind wohl übliche Sicherheitsvorkehrungen: Denn selbst auf dem eher kleinen Forumsplatz beschleunigt das Roboterauto flott, und wüsste und sehe man nicht, dass allein künstliche Intelligenz Caroline in der Spur und auf Kurs hält, niemand käme auf die Idee, dass kein Mensch das Auto steuert. Doch so dreht sich das Lenkrad wie von Geisterhand, beschleunigt und bremst der Passat Kombi selbstständig. Sanft, aber bestimmt.
Dass die TU stolz auf das Fahrzeug ist, liegt nicht nur am guten Abschneiden in den USA, sondern auch, so Professor Thomas Form, dass Caroline aus der ersten fakultätsübergreifende Zusammenarbeit von Informatikern, Maschinenbauern und Elektrotechniker entstand.
Eine Arbeit, die sich für die beteiligten Studenten auf jeden Fall gelohnt hat. Wie Professor Rumpe sagt, haben sie alle sofort Angebote von anderen Universitäten erhalten.













