Kameras weisen Roboter-Autos den Weg
Beim ersten bundesweiten Carolo-Cup der Technischen Universität präsentieren Studenten selbständig fahrende Modellwagen
Behutsam stellt Philipp Fischer den weißen 3er BMW auf die schwarze Straße. Der Informatik-Student von Team GalaXIs aus Aachen wartet kurz auf das Kommando des Streckenpostens und drückt dann einen kleinen Knopf hinten am Fahrzeug. Das Auto, nur knapp größer als ein Schuhkarton, fährt langsam los. Ganz von alleine ohne Fernsteuerung und natürlich ohne Fahrer.
"Carolo-Cup" so nennt die TU ihren dreitägigen Hochschulwettbewerb. Hier lassen Studenten ihren selbst entwickelten und eigenständig fahrenden Modellautos freien Lauf. Sechs Teams aus Braunschweig, Aachen, Bremen und Hamburg präsentieren ihre Ideen und Konzepte. Ihre Fahrzeuge müssen selbständig einparken, ordentlich zwischen den Linien fahren und Hindernisse erkennen.
70 Meter langer Parcours
im Erdgeschoss
Die Straße des Erfolgs führt direkt durch das Haus der Elektrotechnik in der Hans-Sommer-Straße. 70 Meter lang schlängelt sich der Parcours durchs Erdgeschoss. Die Streckenposten tragen helle Plastiküberzüge über den Straßenschuhen. "Das ist ein Tanzboden-Belag aus Österreich", sagt Mit-Organisator Daniel Mazur. Matt und glatt müsse der Boden sein und mit starken Kontrasten. Auf dem schwarzen Belag sind weiße Streifen geklebt. Damit die Autos die Straße sehen können.
Das Auge des weißen BMW-Modells thront hoch auf seinem Dach. Die Kamera weist dem Wagen von Team GalaXIs den Weg. An der ersten Parklücke fährt er vorbei, er passiert auch die zweite größere. Bei der dritten Lücke hält das Modell an und setzt eigenständig den Blinker. Die Reifen schlagen ein. Knapp vor dem hinteren weißen Pappkarton, der eine Mauer darstellen soll, hält der Wagen an. Er setzt noch einmal nach vorne und hält.
Jury bewertet Energiebilanz und Herstellungskosten
"40 Sekunden, und es gibt keine Strafpunkte", verkündet Streckenposten Tobias Michaels über Mikrofon. Die Zuschauer hinterm weiß-roten Absperrband klatschen begeistert. Auch die zehn Schaulustigen, die das Einparken von draußen durch die Fensterscheibe begutachtet haben, nicken mit dem Kopf und spenden Applaus.
Bei den anderen Teams läuft das Einparken nicht so reibungslos. Dem schwarzen Audi-Modell scheint keine der Parklücken zuzusagen, es fährt an allen vorbei. Michael Meinecke von Team Fredt aus Braunschweig nimmt den Wagen mit säuerlicher Miene von der Strecke. Er sieht aus wie ein unzufriedener Vater, der sein unartiges Kind vom Spielplatz holt.
Anders als die anderen Teams verfügt das Fredt-Modell nicht über eine Kamera, es trägt einen Barcode-Scanner auf dem Dach. "Man muss sich das vorstellen wie an der Supermarktkasse", sagt Meinecke. Der rote Laserstrahl scanne die schwarz-weiße Straße wie einen Strichcode und reagiere dementsprechend.
Bei der Umrundung des Parcours werden noch mehr Probleme deutlich: Team Leda aus Bremen muss aufgeben Kabelbruch. Da hilft auch kein Tuning mehr. Das Modell von Team GalaXIs dagegen dreht mühelos und wie auf Schienen seine drei Runden und siegt am Ende.
"Die Teams haben wirklich eine große Leistung gezeigt", sagt Daniel Mazur. Die Jury, mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft, zeigte sich beeindruckt von den Konzepten der Studenten. Sie bewerteten auch die Herstellungskosten und die Energiebilanz. "Ich bin sicher, hier werden heute so einige Visitenkarten getauscht", sagt Mazur.











