Hauptschule soll zugunsten der vierten Gesamtschule geschlossen werden
Pläne schon in der Schublade Stadt erwartet Änderung des niedersächsischen Schulgesetzes noch für 2008
Die drei integrierten Gesamtschulen Franzsches Feld, West und Querum werden dem Bewerberansturm nicht Herr. Jedes Schuljahr muss wegen fehlender IGS-Plätze fast die Hälfte der Kinder abgelehnt werden. Abhilfe ist für das übernächste Schuljahr in Sicht.
"Wir rechnen mit einer Novellierung des Schulgesetzes im Land noch in diesem Jahr", bestätigt Schuldezernent Wolfgang Laczny. Er geht nach Äußerungen von Ministerpräsident Christian Wulff und der designierten neuen Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann vom Ende des Errichtungsverbots für Integrierte Gesamtschulen in Niedersachsen aus. Für den Fall sei die Stadt gerüstet, sagt er. Mehr nicht.
Nach Informationen unserer Zeitung liegt der Plan für den Fall aber bereits in der Schublade:
Mindestens eine von den derzeit noch sieben Hauptschulen Braunschweigs wird geschlossen.
An dem Standort, möglichst im Süden oder im Zentrum der Stadt, wird die vierte Gesamtschule ihre Heimat finden.
Ein Neubau scheidet aus Kostengründen aus, weil an allen Schulen der Stadt ohnehin noch hoher Sanierungsbedarf besteht.
Während die Nachfrage nach Hauptschulplätzen permanent sinkt, gibt es einen steigenden Bedarf an IGS-Plätzen. Eine Erweiterung der Kapazitäten an IGS Franzsches Feld, IGS Querum oder IGS West ist nicht mehr möglich. Und eine IGS-Außenstelle lehnen Rektoren aus pädagogischen Gründen ab.
Die Situation an Braunschweigs Hauptschulen sieht so aus: An der Hauptschule Rothenburg gibt es bereits keinen 5. und 6. Jahrgang mehr. Kommt für das nächste Schuljahr erneut keine Klasse zusammen, droht die Schließung. Als IGS-Standort käme die Schule dennoch wegen der Nähe zur IGS West und der angegliederten Grundschule nicht in Betracht.
In der Hauptschule Schuntersiedlung, Rüningen, und Volkmarode gibt es je eine 5. Klasse. In der Hauptschule Pestalozzistraße mit zwei 5. Klassen und der Hauptschule Heidberg mit drei 5. Klassen ist die Lage besser und damit die Schließungsgefahr geringer. Bereits vor vier Jahren wurde die Hauptschule Streitberg zugunsten der Internationalen Schule geschlossen.
Hauptschulen sollen zweizügig sein, andernfalls sind die kommunalen Schulträger gehalten, über Zusammenlegungen nachzudenken.
1997 hatten sich noch 496 Kinder für die Hauptschule entschieden. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 199. "Und nach der Prognose bis 2015 gehen wir weiter von rückläufigen Anmeldungen aus. Eine Bedarfsanpassung ist sicher nötig", meint Laczny.













