Schulkostenfonds mit Startproblemen
Noch ist unklar, wie das Schulmaterial abgerechnet werden soll Wichtige Sitzung am Freitag
Die Euphorie nach der Großspende für den geplanten Braunschweiger Schulkostenfonds im Dezember vergangenen Jahres ist mittlerweile gedämpft. Denn wie das Geld tatsächlich an bedürftige Schüler kommen soll, ist weiter ungeklärt.
Noch wird aus dem Fonds kein Geld ausgezahlt. Angestrebt wird, mit der Verteilung vor den Sommerferien zu starten, heißt es bei der Stadt auf unsere Anfrage.
Nach Informationen unserer Zeitung stehen für den Fonds gegenwärtig 846 000 Euro zur Verfügung. Um ein komplettes Schuljahr durchhalten zu können, wird etwa eine Million Euro benötigt. Eine mögliche Deckungslücke wird von der Stadt geschlossen.
Der Fachbeirat für den Schulkostenfonds mit Vertretern des Stadtelternrates, der Kirchen und Wohlfahrtsverbände hat für Braunschweig den Schwerpunkt gesetzt, bedürftige Kinder mit Schulmaterialien auszustatten. Orientierungsgröße sind 100 Euro je Schuljahr für jeden bedürftigen Schüler einer Braunschweiger Schule.
Ein funktionierendes und effizientes Verteilungsverfahren sei kompliziert und werde vom Sozial- und Jugend-Dezernat gerade mit Schulen und Ehrenamtlichen unter maßgeblicher Beteiligung von Ursula Hellert (CJD) entwickelt, erklärt ein Sprecher der Stadt.
Der frühere Propst Armin Kraft erwartet möglicherweise einen Durchbruch in Gesprächen an diesem Freitag. Kraft ist von Oberbürgermeister Gert Hoffmann eingesetzter Beauftragter gegen Kinderarmut in Braunschweig. Debattiert wird über den Schulkostenfonds ebenfalls am Freitag im Schulausschuss.
Kraft bestätigte "logistische Probleme". Diskutiert werden derzeit zwei Modelle für die Auszahlung:
Modell 1: Betroffene Familien treten in Vorleistung, kaufen das Schulmaterial, sammeln die Belege und bekommen dafür Geld ausgezahlt.
Modell 2: Die Schulen erhalten für ihre Schüler aus betroffenen Familien Geld, kaufen das Schulmaterial und geben es aus.
Unabhängig vom Schulkostenfonds, so erklärt die Stadt, seien mit Unterstützung von Stiftungen bereits mehrere Schulsozialarbeiterstellen an Grundschulen geschaffen und finanzielle Defizite von Schulen bei der Schulspeisung ausgeglichen worden.
Der geplante Braunschweiger Schulkostenfonds werde in der Art und im Volumen in Niedersachsen einzigartig sein, heißt es.













