Noch viel Wasser im Neubaugebiet Volkmarode-Nord
Stadt gibt drei Millionen Euro für Straßen und Grün
Die Besiedlung des Neubaugebietes Volkmarode-Nord geht nur schleppend voran. Noch immer ist der Mittelteil des Areals weitgehend unbebaut. Wasser und Morast machen das Gelände unattraktiv. Dennoch blickt man in der Stadtverwaltung und bei Grundstücksvermarkter Campus optimistisch in die Zukunft.
"Weshalb sich die Baugrundstücke in Volkmarode-Nord nicht so gut verkaufen, fragen wir uns auch", sagt Ingo Köther, Geschäftsführer von Campus, Unternehmensgruppe Wiederaufbau. Nach seiner Einschätzung leide Volkmarode unter vielen Vorurteilen. Das Gelände gilt als sehr nass. Kurzfristig sei da nichts zu machen, bedauert Köther. Nach seiner Einschätzung wird sich die Situation in drei bis vier Jahren völlig anders darstellten.
Ortsheimatpfleger Jörn Miehe wird deutlich: Bei vielen Bewohnern des Neubaugebietes sorge der unvollständige Straßenbau und das Nichtvorhandensein von Öffentlichem Personennahverkehr für Unzufriedenheit. Miehe: "Busse fahren nur auf fertigen Straßen. Die werden aber erst dann gebaut, wenn 80 Prozent des Baugebietes besiedelt sind."
Im Sommer nächsten Jahres würden alle Straße komplett befestigt und begrünt sein, versichert Stadtsprecher Rainer Keunecke. Gleichzeitig schränkt er ein: Das ist auch abhängig vom Fortschritt des Eigenheimbaus. Ein früherer Ausbau der Straßen wäre nicht sinnvoll, weil weitere Hausanschlüsse gelegt werden müssten und die Fahrbahnen dann ständig aufgerissen würden.
Vor allem junge
Familien leiden
Anwohnerin Tanja Stelzer vermisst noch immer Kindertagesstätte und Gemeinschaftshaus in Volkmarode. "Ich bringe meine Kinder jeden Tag in die Innenstadt", berichtet die Lehrerin. "Das ist für mich eine gewaltige Belastung. Gäbe es Möglichkeiten vor Ort, würde ich meine Kinder dort unterbringen." Ein Gemeinschaftshaus würde den Zusammenhalt der Bewohner fördern. Gleichzeitig erinnert sie den Bau des versprochenen Marktplatzes.
Zahlreiche Bewohner des Neubaugebietes sind offensichtlich enttäuscht. Vor allem junge Familien leiden unter der Situation. "Seit Jahren leben wir auf einer Baustelle. Es geht hier einfach nicht voran."
Im nordöstlichen Teil des Neubaugebietes entsteht zurzeit ein 1000 Quadratmeter großer Jugendplatz. "Der wird noch in diesem Jahr fertig", verspricht Keunecke. Drei Millionen Euro würden für den Bau von Straßen und Grünflächen in Volkmarode-Nord ausgegeben.
Der Weg vom Neubaugebiet in das alte Dorf Volkmarode ist nach Einschätzung Tanja Stelzers insbesondere für Kinder gefährlich. Viele Mädchen und Jungen müssten die stark befahrene Bundesstraße ohne Begleitung Erwachsener überqueren. Die Ampel schalte zu kurz. Fußgänger sollten mehr Zeit zum Überqueren der Fahrbahn haben.











