Polizei nimmt Menschenhändler fest
Zwei Zuhälter bei Durchsuchung eines Bordells in Rautheim ertappt Vier Frauen aus Osteuropa befreit
Fortgesetzter Menschenhandel, Vergewaltigung, Zuhälterei, Erpressung, Bedrohung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung das sind die Vorwürfe der Polizei gegen zwei Braunschweiger, die gestern festgenommen wurden.
Gegen die beiden Männer 21 und 24 Jahre alt ist gestern auf Antrag der Staatsanwaltschaft von einem Ermittlungsrichter Untersuchungshaft verfügt worden. Ein dritter Mann ist in seiner Wohnung in der Nähe von Bückeburg festgenommen worden.
Zeitgleich hatten Ermittler zwei Wohnungen in der Stadt sowie ein Bordell in Rüningen durchsucht. Dort gingen in drei Arbeitszimmern verteilt zwei 19 und 21 Jahre alte Frauen aus Ungarn und zwei 20 und 28-jährige Frauen aus Tschechien der Prostitution nach.
Die jungen Frauen waren nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen von den Beschuldigten in einer Innenstadtdisko angesprochen worden. Dort sollen sie ihnen eine gemeinsame Zukunft vorgegaukelt haben. Der jüngere der beiden Männer, kinderlos verheiratet, beispielsweise log den Frauen vor, seine Frau sei gestorben, er lebe mit seinem Sohn allein. Hatten sie das Vertrauen der jeweiligen Frauen erlangt, erklärten sie, das Geld für eine gemeinsame Zukunft müsse durch Prostitution verdient werden.
Dabei hätten sie vorrangig Frauen aus Ungarn und Tschechien ausgebeutet. Acht von ihnen seien inzwischen ermittelt worden, sagt Polizeisprecher Wolfgang Klages. Hatten sie die Frauen in ihrem Bordell, sollen die Beschuldigten sie bedroht, mit Gewalt gezwungen haben, weiterzuarbeiten, wenn sie aussteigen wollten. Bei den 28-Jährigen wurde der Pass einer Ungarin gefunden, die seit Anfang des Jahres in einer Wohnung in der Thiedestraße arbeiten musste. Das Geld kassierten die Männer.
Das Trio habe auch im Bruchstraßenumfeld Prostituierten ihren Schutz aufgedrängt, weiß Klages. In ihrem kulturellen Umfeld hätten die in Deutschland geborenen Männer unauffällig in ihren Familien gelebt, der aus Bückeburg in einer 23 Personen umfassenden Großfamilie in einer Wohnung. In Porta Westfalica war er im vergangenen Jahr an einer Messerstecherei beteiligt.













