Super-Computer schafft pro Sekunde 46 600 000 000 000 Rechenschritte
Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt steht der größte Rechner Europas für Flugforschung
Die Leistungen des neuen Hochleistungsrechners, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig in Betrieb nahm, sind beeindruckend. In einer Sekunde bewältigt er 46,6 Billionen Rechenoperationen.
Die innerhalb solch einer Sekunde berechneten Zahlen würden auf CDs gebrannt einen Stapel mit 640 Metern Höhe ergeben. Damit gehört der größte Computer Europas für die Luftfahrtforschung zur Liga der weltweit schnellsten Rechner für die industrielle Luftfahrtforschung.
Möglich hat dieses 30-Millionen-Euro-Investment eine Kooperation zwischen dem Land Niedersachsen, dem DLR und Airbus. Jeder der Kooperationspartner beteiligt sich mit 10 Millionen Euro an dem Projekt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche sagte gestern bei der Vorstellung im DLR, mit dem Rechner sei am Standort Forschungsflughafen Braunschweig ein weitere Schritt zum Exzellenzzentrum vollzogen worden, das sich dort entwickle.
Der Rechner ist Kernstück einer neuen Abteilung des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik und wurde C²A²S²E (Center for Computer Applications in Aero-Space Science and Engineering) getauft. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein Simulationszentrum für die Luftfahrtforschung, das mit seinem Super-Computer Flugzeuge in Echtzeit fliegen lassen kann, die noch gar nicht existieren. Die Entwicklungszeit soll so um gut 50 Prozent reduziert werden. Die Flugeigenschaften, auch von völlig neu konfigurierten Maschinen, können so lange vor dem Erstflug kostengünstig erprobt werden.
Denn, so erklärten Fachleute von Airbus gestern, auf der Suche nach treibstoffsparenden und leiseren Maschinen, würden in Zukunft mit Sicherheit neue Wege gegangen werden. Flugzeuge müssten nicht zwingend ein Leitwerk, zwei Tragflächen mit Triebwerken darunter haben. Damit diese neuen Wege nicht in teuren Sackgassen führen, kann das DLR gemeinsam mit Airbus neuen Ideen im Computer Flügel verleihen.
Für Professor Joachim Szodruch, Luftfahrtvorstand des DLR, ist das C²A²S²E eine einzigartige Forschungsplattform für den Luftverkehr der Zukunft, auf der Ingenieure zukünftige Maschinen ohne technologische, ökonomische und ökologische Risiken entwickeln können.
Genutzt wird der neue Großrechner sowohl vom DLR als auch von Airbus und dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Und da nicht nur die Luftfahrttechnik, sondern auch die Computertechnik einem schnellen Wandel unterliegt, ist die Modernisierung des Großrechners schon fest eingeplant: Im Jahr 2010 wird er auf den neuesten Stand der Technik gebracht.













