Gesamtschulen müssen 365 Schüler ablehnen
Wieder starke Nachfrage, aber für das neue Schuljahr stehen für 758 Bewerber nur 393 Plätze zur Verfügung
Die drei bestehenden Gesamtschulen wurden von Eltern von Viertklässlern in diesem Jahr stärker nachgefragt als zuvor. 758 Bewerbungen gingen für die 393 Gesamtschul-Plätze ein. Im Losverfahren ausgewählt, mussten 365 Schüler abgelehnt werden.
41 Prozent der 1850 Schüler des Jahrgangs, der zum Schuljahr 2008/2009 in die 5. Klasse wechselt, sollte nach dem Wunsch der Eltern eine IGS besuchen. Doch nur für etwas mehr als die Hälfte stehen an der IGS Franzsches Feld, der IGS Querum und der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in der Weststadt Plätze zur Verfügung. 48 Prozent der Bewerber gingen leer aus.
"Mit den jetzt abgelehnten Schülern könnten drei weitere vierzügige Gesamtschulen gefüllt werden", sagt Margit Telgen, Schulelternrätin der IGS Franzsches Feld. An dieser Schule, die im Jahr 2006 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden war, wurden mit 345 Kindern (105 Plätze) erneut die meisten Kinder angemeldet. Für die 180 Schulplätze der IGS Weststadt gab es 214 Bewerbungen, in Querum bewarben sich 199 Viertklässler um 108 Plätze.
An allen drei Schulen hatten nach Angaben von Klaus Schramm, Schulelternrat an der IGS Querum, die meisten Bewerber eine Realschulempfehlung. Schramm: "Das widerlegt die Aussage von Kritikern, dass die meisten Bewerbungen aus den Reihen der Hauptschüler kommen." Einen verstärkten Zulauf gebe es auch von Schülern mit Gymnasialempfehlung. "Grund könnte sein, dass an den Gesamtschulen das Abitur weiterhin nach 13 und nicht nach 12 Jahren abgelegt werden kann", erklärt Michael Kück, Schulelternrat an der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule.
Die Einführung der vierten Gesamtschule, die nach dem neuen Schulentwicklungsplan in Rüningen angesiedelt werden und zum Schuljahr 2009/2010 starten soll, beurteilen die drei Schulelternräte positiv. Kück kritisiert allerdings, dass es zu lange gedauert habe und die festgeschriebene freie Schulwahl der Eltern jahrelang mit Füßen getreten worden sei. Schramm: "Die vierte IGS ist klasse. Betrachtet man aber die Anmeldezahlen, müsste die fünfte Gesamtschule trotz sinkender Schülerzahlen kommen."
Mit der Vergrößerung des Angebots an Gesamtschulplätzen müssten aber auch, so die Schulelternräte, die Kapazitäten der gymnasialen Oberstufen vergrößert werden. Zurzeit gebe es etwa 200 Plätze an der IGS Franzsches Feld und der IGS Weststadt. Sie müssten um wenigstens 100 Plätze eine vierzügige Oberstufe aufgestockt werden.













